KRITIK

Muppets, Die

Plakat zum Film Die MuppetsAch ja, die Muppets! Nach ihrem letzten Kinoabenteuer anno 1999 krähte lange kein Hahn mehr nach ihnen. Das lag sicher daran, dass „Muppets aus dem All“ von Tim Hill eine ziemliche Gurke war. Allerdings war mit „Toy Story“ (1995) in Sachen Kinder-Entertainment auch eine neue, digitale Ära eingeläutet worden, in der das Spiel mit Hand- und sonstigen Puppen plötzlich ziemlich alt aussah. Jedoch: Jim Hensons Muppets, deren von 1976 bis 1981 ausgestrahlte Show bis heute legendär ist, hatten sich nie ausschließlich an Kinder gerichtet: Die Knollennasen-Puppen waren stets durch sehr erwachsene Selbstironie aufgefallen. Zudem wurde die anarchische Varieté-Show regelmäßig von echten Pop-Stars heimgesucht, und auch eine Meta-Ebene der Selbstkritik war mit eingebaut worden – in Form von Waldorf und Statler, den sarkastischen Logen-Senioren.

szene aus dem Film die muppetsEin erwachsener Fan war es denn jetzt auch, der Kermit, Piggy und Co. aus der Mottenkiste holte: Jason Segel, bekannt aus der Sitcom „How I Met Your Mother“. Er schrieb ein Drehbuch, das Nostalgie und Ironie im ideal-„muppetistischen“ Sinn verquickt: Weil ein fieser Öl-Magnet (Charaktermime Chris Cooper, mit Lust am Schmierantentum) das inzwischen verwaiste Muppet-Theater abreißen will, müssen sich die in alle Winde verstreuten Freunde für eine Charity Show zusammenraufen. Piggy, die in Paris die „Vogue“ leitet. Fozzie, der als Westentaschen-Sinatra in Reno dilettiert. Tier, der eine Anti-Aggressions-Therapie macht. Und all die anderen. Zehn Millionen müssen sie sammeln, um den Öl-Tyrannen auszustechen. Dafür wird Arztgehilfe Beaker schon mal Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ mitpiepsen.

Jason Segel selbst spielt einen Naivling aus der Provinz, dessen Bruder Walter, der die Rettungsaktion initiiert, selbst ein Muppet ist, was Anlass bietet für philosophische Auseinandersetzungen über den Muppet im Mann. Schließlich droht Segels Verlobte (Amy Adams) im ganzen Trubel aus dem Blick zu geraten. Es gibt derweil schräge Musical-Nummern wie eh und je, zahllose Cameo-Auftritte bekannter Film- und Sitcomstars, insgesamt ein sehr erfreuliches Wiedersehen mit allen Lieblingsmuppets. Auch wenn die Puppendrähte – hallo Neuzeit! – digital weggerechnet wurden, ist dieses Revival unter der Regie von James Bobin der bislang beste Muppets-Kinofilm: für Fans ein Fest, und für Newcomer ein Segen. Sehenswert.

  

 

Kritikerspiegel Muppets, Die



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau; mehrfilm.de
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Sascha Westphal
epd Film, Die Welt, FR
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
7.5/10 ★★★★★★★½☆☆ 





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Eure Kritiken zu Muppets, Die

  1. tine

    10 Millionen, nicht 2.

    gestern in der spätvorstellung gesehen und mit 38 eine der jüngeren im kino gewesen. in köln leider bisher nicht im original angelaufen … was für die muppets an sich nicht schlimm ist, da ist man ja eh mit den deutschen stimmen gross geworden. aber die syncro der real-schauspieler ist mies, technisch, nicht inhaltlich. und die song-syncro ist unterirdisch. trotz allem ein riesenspass!

  2. @tine: Danke für die Info, schon geändert! Schließe mich deinen Worten uneingeschränkt an. Ein Riesenspass! Diesen Film sollte man nicht verpassen!

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