AKTUELL IM KINO

Mumie, Die

Bild (c) Universal Pictures Germany 2017.

Jedem Filmstudio seine eigene Welt: Was Disney mit dem „Marvel Cinematic Universe“ um die „Avengers“ und Warner mit dem „DC Expanded Universe“ um „Superman und „Wonder Woman“ etabliert haben, möchte Universal nun auch. Das frisch getaufte „Dark Universe“ soll alle Monster aus dem Firmenkatalog frisch aufbürsten, von Frankenstein bis zum Phantom der Oper. Nun denn.

Den Anfang macht „Die Mumie“ in einer Version von Regisseur Alex Kurtzman („Zeit zu leben“) – und das ging schief. Die Macher um Kurtzman und fünf (!) weiteren Drehbuchautoren konnten sich nicht entscheiden, ob sie einen Tom-Cruise-Film drehen oder lieber länglich in ihre neue Serien-Mythologie einführen wollten.

Mit dem gemütlichen Grabkammerspuk des Boris-Karloff-Klassikers von 1932 hat das Ergebnis jedenfalls ebenso wenig zu tun wie mit den an „Indiana Jones“ geschulten Mumien-Filmen mit Brendan Fraser. An ein Cruise-Verhikel erinnern einige spektakulär konzipierte Actionsequenzen, die so auch in „Mission: Impossible“ hätten stattfinden können.
Der Rest aber enttäuscht als spannungsloser und witzfreier Murks. Die Mumie selbst ist eine Pharaonentochter, die dereinst ihren Vater und Bruder meuchelte, um selbst herrschen zu können. Dann aber lebendig mumifiziert in einem mesopotamischen Grab versenkt wurde. Darauf stoßen per Zufall der Antikenhehler Nick (Cruise) und die Archäologin Jenny (Annabelle Wallis), die im heutigen Irak zwischen die Fronten von US-Armee und Rebellen geraten.

Ahmanet, so heißt die wutgepeitschte Mumienprinzessin, sieht in Nick den geeigneten Wirtskörper, um mit Hilfe eines magischen Dolches den Fluch des Todesgottes Set zu entfesseln. Oder so ähnlich. Im Untergrund von London machen dann riesige Zombiearmeen aus wiedererweckten Kreuzzüglern Jagd auf die Protagonisten. Leider zündet dabei kaum ein Gag, auch okkulter Thrill will zu keiner Zeit aufkommen. Ahmanet (Sofia Boutella aus „StreetDance 2“) verströmt mit modischen Stirnfransen und auf den Traumbody gestanzten Hieroglyphen die Fetisch-Erotik eines Werbemodels für ein Bad Salzdetfurther Tattoo-Studio, erst später im Film darf sie dann wirklich mal als schön verweste Mumie herummarodieren.

Russell Crowe bringt sich derweil, mit Übergewicht und Overacting, als Dr. Jekyll (und Mr. Hyde) in Stellung – er ist das Bindeglied zu den kommenden Filmen des „Dark Universe“, auf die dieser Einstand sehr überschaubare Lust macht.

 

Kritikerspiegel Die Mumie



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 

Durchschnitt
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.

 



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