KRITIK

Mistress America

Bild (c) 2015 Twentieth Century Fox.

Bild (c) 2015 Twentieth Century Fox.

Der US-amerikanische Regisseur Noah Baumbach ist der König der New Yorker Indie-Komödie. Und seit er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Greta Gerwig, den wunderbaren Film „Frances Ha“ schrieb und drehte, gilt er beinahe als Erbe Woody Allens. Denn ebenso intelligent und spitzfindig wie beim New Yorker Woody Allen sind nicht nur die Dialoge bei Baumbach/Gerwig. Gerwig spielt in „Mistress America“ die Rolle der Brooke: Als quirlige Prekärkreative mit großen Hoffnungen und wenig Erfolg gelingt ihr erneut das präzise Porträt einer New Yorkerin um die dreißig, die im gentrifizierten Manhattan über die Runden zu kommen versucht.

Eigentlich steht aber Brookes künftige Stiefschwester im Mittelpunkt, die zwölf Jahre jüngere Tracy (toll: Lola Kirke). Die ist gerade erst im Big Apple angekommen, fühlt sich als Jungliteratin am College völlig verloren und meint, an Brookes Seite das aufregende Leben kennenlernen zu können. Bis sie hinter die Fassaden schaut – und Brookes Leben für ihre Prosa ausbeutet.

Szene_Mistress-AmericaNoah Baumbach inszeniert das pointenstark als Screwball Comedy mit viel Sprachwitz und geschliffenen Dialogen, im letzten Drittel gar als typenpralle Boulevardkomödie in einer Vorstadtvilla. Klar: Ganz große Fässer werden hier nicht aufgemacht, aber ebenso intelligente wie charmante Unterhaltung ist mit Baumbach und Gerwig garantiert. Sehenswert.

 

 



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