KRITIK

Mission: Impossible 5 – Rogue Nation

Plakat_MI5Darf es noch ein bisschen mehr sein, Mister Cruise? Eine spektakuläre Actionszene auf einem Flugzeug zum Beispiel?“ Nein, kennt man. James Bond („Die Welt ist nicht genug“) und Batman („The Dark Knight Rises“) lassen grüßen. „Ok. Wie wäre es dann mit einer taffen Nebendarstellerin, die dem Hauptdarsteller in punkto Stunt-Qualitäten in nichts nachsteht?“ Nein, auch schon dagewesen: Siehe „Mission: Impossible 2“ oder „Edge of Tomorrow“. „Hmm. Und eine komplexe Story, in der der Hauptdarsteller scheitert und wiederbelebt werden muss, um seine Aufgabe zu erfüllen?“ Das klingt gut. „Ok, und wie wäre es dann, wenn wir all die genannten Elemente zusammenfügen und in zwei Stunden Spielzeit an vier verschiedenen Orten dem Publikum präsentieren – in einem Film, dem es weder an Schauwerten mangelt noch an einem wirklich ernst zu nehmenden Gegenspieler?“ Perfekt, Mr. McQuarrie, genauso machen wir´s. Und dann übernehmen Sie bitte auch die Regie.

Die fünfte Mission des Geheimagenten Ethan Hunt ist die zweite Zusammenarbeit des oscargekrönten Drehbuchautoren („Die üblichen Verdächtigen“) Christopher McQuarrie mit seinem Hauptdarsteller Tom Cruise. Nach ihrem unterschätzen Rachethriller „Jack Reacher„. Und, um es vorweg zu nehmen, es ist die beste Zusammenarbeit eines Regisseurs mit seinem Hauptdarsteller und Produzenten innerhalb der Reihe seit Brian de Palma den IMF-Spion 1996 ins rechte (Filmprojektor-)Licht rückte. Warum? Weil glücklicherweise die Actionszenen nach einem fulminanten Auftakt (siehe Trailer) nie an Kraft oder am „Wow-Faktor“ verlieren, wenn Hauptdarsteller Tom Cruise als Ethan Hunt nach einer Folter- und Fluchtsequenz in London, Wien und Marokko seine Gegenspieler des „Syndikats“ jagt und von diesen gejagt wird.

Und es kommt noch besser. Die Story schließt fast nahtlos an den vierten Teil der Reihe an: Das IFM (Impossible Mission Force) ist aufgelöst und dem CIA unterstellt worden, weil es Hunt nicht gelungen ist, die Terrororganisation „Syndikat“ und deren charismatischen Chef (Sean Harris) zu finden. So wird Ethan Hunt zum Gejagten, auch von seinen ehemaligen Freunden, die mittlerweile fast ausnahmslos für den amerikanischen Geheimdienst arbeiten. Natürlich „finden die ihn nie“, das gibt auch Hunts bester Freund Luther (Ving Rhames) dem augenscheinlich linientreuen CIA-Agenten William Brandt (Jeremy Renner) zu verstehen, der Luther um Hilfe gebeten hatte, weil die CIA seinen besten Agenten zum Abschuss freigegeben hatte.

Szene_MI5Doch nicht sein altes Team, eine geheimnisvolle Agentin namens Ilsa Faust (nicht die einzige Reminiszens an Michael Curtiz´ „Casablanca“ von 1942), gespielt von der erschreckend überzeugenden Schwedin Rebecca Ferguson, deren Interessen bis zum Schluss unklar bleiben, ist es, die Hunt ein ums andere Mal sowohl nur die Schau stiehlt, sondern auch das Leben rettet. Wie auch umgekehrt. Überhaupt wird Christopher McQuarrie nicht müde, von Hitchcock („Der Mann, der zuviel wusste“) über James Bond bis hin zu zahlreichen John Le-Carré-Verfilmungen („Der Spion, der aus der Kälte kam“) Bestmarken des Genres zu zitieren. Keine schlechte Idee.

Abgeschmeckt mit einer schnörkellosen Kameraarbeit von Robert Elswit (Oscar für „There Will Be Blood„), einer abwechslungsreichen Musik von Joe Kraemer (der nicht nur Lalo Schifrins ikonische TV-Titelmusik verarbeitet, sondern auch Klänge von Mozart, Beethoven und Puccini integriert), sowie einem überzeugenden Gegenpart (bestechend überlegen: Sean Harris) fügen sich in diesem Parforceritt sowohl durch die Ethan-Hunt-Filmologie als auch durch das Spionagefilm-Genre die Bausteine zu einem perfekt abgestimmten Unterhaltungsmenü mit Never-forget-Szenen zusammen. Ein Menü, das die Messlatte für weitere Auftritte der IMF-Truppe als auch für den britischen Geheimagenten James Bond im November verdammt hoch legt.

 

 

 

Kritikerspiegel Mission: Impossible 5 - Rogue Nation



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Christian Gertz
Nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Antje Wessels
wessels-filmkritik
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Sascha Westphal
epd film, WAZ, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Julius Zunker
kinofans.com
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Durchschnitt
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 





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Eure Kritiken zu Mission: Impossible 5 – Rogue Nation

  1. cineast

    Der fünfte Teil der Reihe läuft gerade im Kino und bietet gewohnt gute Action mit guten Schauspielern und einer durchdachten Handlung. Nachdem das Pentagon die IMF (Impossible Mission Force) aufgelöst hat, ist Ethan Hunt (Tom Cruise) ohne jegliche Unterstützung der Regierung dem geheimnisvollen “Syndikat” auf der Spur. Dieses erweist sich bald als sein bislang mächtigster Gegner. Oberstes Ziel der Untergrundorganisation aus ehemaligen Spezialagenten ist es, die Mitglieder der IMF auszulöschen und durch skrupellose Anschläge eine neue Weltordnung zu schaffen. Um das „Syndikat“ aufzuhalten, muss Hunt sein einzigartiges Team erneut versammeln. Unterstützung bekommt er zudem von der britischen MI6-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson). [Rogue Nation=Schurkenstaat]

  2. Hallo Cineast,

    vielen Dank für deine Kurzkritik. Der Film bietet deiner Meinung nach nur „gewohnt gute Action mit guten Schauspielern“? Ich finde, die fünfte Mission um Tom `Ethan Hunt` Cruise und Co. gehört mit zu den besten Actionfilmen des Jahres bislang. Was vor allem am wirklich packenden Drehbuch und an der herausragenden Rolle von Rebecca Ferguson liegt. Bin mal gespannt, wie der Film bei Dir am Ende des Jahres in deiner Hitliste abschneidet… 😉 Mit cineastischen Grüßen, Christian

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