KRITIK

Mission: Impossible 2

Mission: Impossible 2 Für Produzent und Hauptdarsteller Tom Cruise lautete die oberste Prämisse schon im ersten Teil: Die „Mission“ muss die individuelle Handschrift des Regisseurs tragen. Unverständlich deshalb, dass er selbst gegen den Willen der Paramount Studios den „Plagiatkönig“ Brian de Palma durchsetzte. Die wohl beste Szene aus Teil 1, eine Einbruchsequenz in das CIA-Hauptquartier, erinnert doch sehr stark an Jules Dassins Meisterwerke „Riffifi“ oder „Topkapi“.

Als Oliver Stone wegen einer zu langen Wartezeit (Cruise drehte 18 Monate an „Eyes Wide Shut“) für die zweite Mission absagen musste, wurde kurzerhand der Action-Spezialist John Woo verpflichtet. Tom Cruise, der von „Face Off – Im Körper des Feindes“ (1997) sehr beeindruckt war, wollte einen ganz besonderen „John Woos: Mission Impossible“-Film.

Und was Tom Cruise will, das bekommt er auch: Beidhändige Schießereien in Zeitlupe, fliegende Tauben aus Kellern von Giftfabriken und kunstvoll anmutende Gegenlicht-Aufnahmen: John Woo hinterläßt auch in MI:2 – wie der Film in diversen Trailern nur griffig genannt wird – seine unverkennbaren Markenzeichen.

Bei so viel Ästhetik muss auf eine schlüssige Story- und Figurenzeichnung verzichtet werden. Außerdem versumpft das Skript von Altmeister Robert Towne („Chinatown“), das ganz auf eine Liebesgeschichte ausgelegt war, nach einer guten Stunde in unnötiger, melodramatischer Monotonie.

Doch John Woo, der vor allem mit seinen sogenannten Heroic-Bloodshed-Filmen wie „The Killer“, „A Better Tomorrow“ und „Hard Boiled“ zu einem der besten Actionfilm-Regisseure der 80er und 90er aufstieg, würde diesen Titel nicht tragen, wenn er dem Publikum zum Schluß das richtige Action-Feuerwerk vorenthalten hätte. Dabei mag man ihm verzeihen, das mit diesem alle Gesetze der Physik gänzlich außer Kraft treten. Es sollte knallen! Nur darauf kam es an! Mehr hatte der Zuschauer auch nicht erwartet. Und was bleibt am Ende? Am Ende schüttelt man nur den Kopf, denn es bleibt nicht mehr als eine Tom Cruise One-Man-Show und weniger noch.. ein großes Nichts.

 

 

 



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INHALT

Mit seinem Kino-Remake „Mission Impossible“, basierend auf der Fernsehserie „Mission Impossible Force (MIF)“ (1966-1973), die hierzulande unter dem Titel „Kobra, übernehmen Sie“ bekannt wurde, hatte Hauptdarsteller und Produzent Tom Cruise im Jahre 1996 einen Riesenhit gelandet. Weltweit wurden über 420 Millionen Dollar eingespielt. Grund genug, nach einer künstlerisch gestärkten Reputation als Schauspieler durch die Filme „Eyes Wide Shut“ (1999) und „Magnolia“ (1999), sich erneut des erfolgreichen Stoffes anzunehmen.
Blieb der Plot im Erstling noch sehr undurchsichtig, ist er im Sequel blitzschnell erzählt: Ein abtrünniger Agent bedroht die Menschheit mit einem Ebola-ähnlichen Virus. Agent Hunt, letzter Überlebender einer geheim operierenden Spezialistentruppe, versucht über dessen schöne Ex-Freundin Nyah den Weltzerstörer ausfindig zu machen, um ihm das schmutzige Handwerk zu legen.
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Eure Kritiken zu Mission: Impossible 2

  1. Ruezlaw

    VolltrefferZu diesem Film braucht es nicht viele Worte. Sieht man ihn als reinen Action-Film -und nichts anderes sollte er sein- bekommt man Action geboten, wie das Filmgeschäft sie lange hat vermissen lasse. Endlich ein Film, der ähnlich viel Action zu bieten hatte, wie TerminatorII, der wohl bisher ungeschlagen ist, und Mean Guns, ein hirnloser aber guter Actionfilm. Also ein Volltreffer.

  2. Videofreak

    EnttäuschendSchaut man hier einmal die Filmdatenbank durch, bleibt man bei MI2 hängen. 5 von 6 Punkten? Ich weiss nicht, welcher Filmneuling sich so etwas ausgedacht hat aber John Woos Mission Impossible ist bestenfalls gutes B-Movie Kino… Heroisch, athletisch, ästhetisch aber kein gutes Kino. Eine Art Lenie Riefenstahl Olympia 1936 Hommage für/von de(m) Analphabeten Tom Cruise

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