KRITIK

Missing, The

Missing, The Vom freien Idyll des Prärielebens, von der nostalgischen Pracht der Monument-Valley-Weiten oder dem erhebenden Gefühl des Grenzganges ist in diesem rauen Spätwestern nichts mehr zu spüren. Wie die meisten amerikanischen Mythensuchen der Gegenwart, darunter Anthony Minghellas verschneite Bürgerkriegs-Romanze „Cold Mountain“ oder Kevin Costners Outsider-Drama „Open Range“, das vom verregneten Missvergnügen des Cowboydaseins erzählt, herrscht hier Ernüchterung, hat lange vor dem Showdown der tägliche Kampf den Siedler-Stolz erstickt.
„The Missing“ spielt im unwirtlichen New Mexiko des Jahres 1885 und diese aussichtslose Odyssee hätte sicherlich das Zeug zum Epos. Ron Howard („A Beautiful Mind“) aber ist und bleibt ein Mainstream-Regisseur ohne eigene Handschrift, und es wäre zu viel der Ehre, „The Missing“ wegen thematischer Verwandtschaften in einem Atemzug mit John Fords „Der schwarze Falke“ zu nennen. Auch fällt die Schwarzmalerei des pockennarbigen Indianerscheusals ohne Anlass weit hinter die Versöhnungsbemühungen der Westernhistorie zurück.

Der ungemein berührende Vater-Tochter-Konflikt aber, der in der karg-zerklüfteten, von Kameramann Salvatore Totino dennoch schwelgerisch abgebildeten Landschaft ausgetragen wird, entschädigt für manche Fragwürdigkeiten. Tommy Lee Jones glänzt da als reuiger, längst übermüdeter Wanderer zwischen den Welten, die einmal mehr staunenswerte Cate Blanchett brilliert als einsame Seele, die in ihrer Verzweiflung zur Naturgewalt wächst und verzeihen lernt.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

In der Wildnis des amerikanischen Südwestens des Jahres 1885 versucht die allein stehende Maggie Gilkeson ihr Leben zu meistern und gleichzeitig ihre beiden Töchter, die Teenagerin Lilly und die jüngere Dot, zu erziehen. Maggie ist eine hart arbeitende Farmerin und verdient sich das nötige Geld als Heilerin dazu. Eines Tages steht ihr Vater vor der Tür: Vor 20 Jahren hatte Samuel Jones der Familie den Rücken gekehrt, um bei den Apachen zu leben. Jetzt will er die Aussöhnung mit der Familie, doch Maggie weist ihn zurück. Dann geschieht eine Katastrophe: Ihre Tochter Lilly wird von dem psychopathischen Mädchenhändler und Hexer Pesh-Chidin entführt. Weil sich die Behörden nicht um ihr verzweifeltes Anliegen kümmern, gibt es für Maggie nur eine Möglichkeit, Lilly aus den Händen des Killers und seiner mordenden Bande zu befreien. Sie muss ihren Vater um Hilfe bitten, wenn ihre Tochter in einem Rennen gegen die Zeit auch nur den Hauch einer Chance haben soll ...
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Missing, The

  1. Trend

    LahmIch fand den Film eher lahm, die Geschichte schleppt sich so dahin, einzig Cate Blanchett ist ein Lichtblick, An Tommy Lee Jones als Indianer muss man sich erst gewöhnen.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*