KRITIK

Minions

Bild (c) UPI Germany.

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Nach den beiden erfolgreichen „Ich – Einfach unverbesserlich„-Animationsabenteuern haben sie also ihren ersten eigenen Film geschenkt bekommen: die Minions, diese knallgelb-dauerbrabbelnden Helfershelfer des Schurken Gru, optisch der bebrillten Kapsel eines Überraschungseis ähnlich. Alles was sie anfassten, ging schnell zu Bruch, und schnell hatten sich diese minimalistischen Nachfahren alter Stummfilmklamotteure als Hauptattraktion dieser Filme herauskristallisiert.

„Minions“ ist ein Prequel, das wichtige Fragen beantwortet: Wo kommen die kleinen gelben Helfershelfer her? (Sie entwickelten sich aus Einzellern.) Und was wollen sie? (Einem Schurken dienen.) Nach einigen chaotisch verlaufenden, schön detailverliebt erzählten Engagements als Schergen von beispielsweise Dracula, Napoleon und dem Yeti vergraben sich die Minions enttäuscht am Südpol (wo sie den weltgeschichtlichen Auftritt der Oberschurken Hitler und Stalin verpassen), ehe sich drei von ihnen in den 1960er Jahren nach Amerika aufmachen, um einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Szene_Minions_2Auf einer Schurken-Convention geraten sie an die giftige Schreckschraube Scarlett Overkill (deutsche Stimme: Carolin Kebekus, im Original: Sandra Bullock), die nichts weniger Skandalöses im Sinn hat als den Raub der englischen Krone. Wie die Minions das London der Swingin´ Sixties unsicher machen, das lebt von Slapstick und netten, zeithistorischen Anspielungen in Bild und Musik, die vor allem erwachsenen Zuschauern Spaß machen werden.

Trotz der guten Unterhaltung: Ein fader Nachgeschmack bleibt trotzdem. So ganz kann das Regie-Duo Pierre Coffin (inszenierte auch die „Ich – Einfach unverbesserlich„-Filme) und Kyle Balda („Der Lorax„) den Eindruck nicht zerstreuen, dass man hier eher dem Begleitprogramm zur Merchandisingpalette zusieht als einer Geschichte, die zwingend erzählt werden musste. Das Esperanto-Geplapper der Minions wird in dieser geballten Dosis alsbald zur Geduldsprobe, und der Film hat zusehends Mühe, sich nach furiosem Beginn auf abendfüllende Länge zu strecken. Das ist ein Problem, das er mit den „Pinguinen aus Madagascar“ gemeinsam hat, noch so ein Fall von Kult-Side­kicks, die sich aus ihrem ursprünglichen filmischen Kontext lösten und solo nicht restlos überzeugen konnten.

 

 

 



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Eure Kritiken zu Minions

  1. cineast

    Der 3D-Animationsfilm ist ein Spin-off (Ableger) von Ich – Einfach unverbesserlich (2010) und Ich – Einfach unverbesserlich 2 (2013) und läuft gerade in den Kinos.
    Minions sind kleine gelbe Wesen, die schon seit Urzeiten existieren. Vom gelben Einzeller entwickelten sie sich zu einer Lebensform mit nur einem Sinn: sie müssen immer einem Verbrecher dienen [Minions=loyale Diener]. Der Film führt den Zuschauer durch verschiedene Epochen der Geschichte, bis die Minions schließlich im England der 1960er Jahre landen, um der Superschurkin Scarlet Overkill ihre Dienste anzubieten. Erst zum Schluss treffen sie auf den noch jungen Gru, bei dem sie in den “Ich-Unverbesserlich”-Filmen angestellt sind. (Auch Grus Mitarbeiter Dr. Nefario hat einen kurzen Auftritt auf einer Erfindermesse).
    Alles in allem ein kurzweiliger Spass für Groß und Klein, allerdings nicht so witzig wie die Ich-Unverbesserlich-Filme.

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