KRITIK

Midnight in Paris

Auf seiner filmischen Reise durch Europa entführt uns Woody Allen in seinem mittlerweile 41. Film wieder einmal nach Paris, in die Stadt der Liebe und der Bohème, die er nach seiner Ensemble-Komödie „Everyone Says I love you“ (1996) erneut besucht. Und natürlich wird er dabei mit wunderschönen Bildern und einer magischen Geschichte nicht nur die Fans der französischen Hauptstadt bezaubern.

Der Autor und Regisseur, der in diesem Jahr 76 Jahre alt wird, lässt sein jüngeres (und europäisches) Alter Ego in Gestalt von Gil (Owen Wilson) auf der Suche nach Inspiration für seinen Roman durch das mitternächtliche Paris streifen und ihn dabei auf literarische Legenden wie Ernest Hemingway (Corey Stoll) oder Gertrude Stein (großartig: Kathy Bates) und Künstler wie Salvador Dali (Adrien Brody) oder Luis Buñuel (Adrien de Van) treffen. Letzteren überrascht Gil mit der Idee für einen Film, in dem eine Gruppe von Menschen nach einem gemeinsamen Dinner nicht mehr das Haus verlassen kann, wovon Buñuel jedoch nichts hält und die Idee mit den Worten „verstehe ich nicht“ abtut. Solche Bonmots lässt Woody Allen im Laufe des Filmes noch häufiger fallen und sicher wird es einige Kinogänger geben, die mit solchen Bemerkungen oder auch nur Namen wie Buñuel oder Stein nichts anfangen können.

Denen sei jedoch versichert, dass es der Freude an „Midnight in Paris“ keinen Abbruch tut. Und so versinken wir einfach zu der Musik von Cole Porter in unseren Kinosesseln und sehen Gil zu, wie er mit den späteren Superstars der künstlerischen Szene feiert und sich Tipps für die Liebe und für seinen neuen Roman geben lässt – wie das alles möglich ist, lässt Allen unbeantwortet.

Dennoch ist Woody Allens Hommage an das schöpferische Paris der 1920er Jahre kein Nachtrauern der (vermeintlich besseren) Vergangenheit, nein, das „goldene Zeitalter“ muss nicht zwangsläufig vorüber sein, es kann uns auch noch bevor stehen und deshalb sollten wir aufpassen, dass wir uns nicht in der Vergangenheit verlieren. Woody Allen hat sich sichtlich in Paris verliebt – und auch wir werden im Anschluss an „Midnight in Paris“ von einem Spaziergang im regnerischen Paris träumen. Zusammen mit den großartigen Darstellern eine wahrhaft märchenhafte Städtetour! Der Film startet am 18. August 2011 in den deutschen Kinos.

Midnight in Paris



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Gesa-Marie Pludra
moviepilot.de, Die Kinokritiker
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Bernhard Trecksel
Die Wochenschau
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Sascha Westphal
epd film, Die Welt, FR
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 





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INHALT

Gil und seine Verlobte Inez begeben sich zusammen mit Inez´ Eltern John und Helen auf eine gemeinsame Reise nach Paris. Dass Gil sich bei der Reise nicht ganz so wohl fühlt, liegt daran, dass John keinen Hehl daraus macht, dass er Gil als unpassend für seine Tochter erachtet. In Paris angekommen trifft Gil auf die schöne Adriana, während Inez sich von dem intelektuellen Paul die Stadt zeigen lässt. Paris wird sie alle verändern.
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