KRITIK

Mexican – Eine heisse Liebe

Mexican - Eine heisse Liebe Zwei aktuelle Superstars gemeinsam vor der Kamera. In solchen Fällen ist ein interessanter Schlagabtausch mittels ausgefeilter Dialoge, netter Einfälle und überraschender Wendungen vorprogrammiert. Beispiele dafür gibt es reichlich, DeNiro/Pacino in „Heat“, Hackmann/Freeman in „Unter Vedacht“ oder auch Redford/Newman in „Der Clou“ oder „Die zwei Banditen“. Doch in The Mexican mit pretty Julia Roberts und Brad Pitt ist alles ganz anders. Eine dreiste Übertreibung des Verleihs eigentlich, wenn hier mit dem Slogan „zwei Superstars gemeinsam vor der Kamera“ geworben wird. Nur kurz sind sie zusammen vor der Kamera zu sehen. Julia Roberts gibt die nervige Verlobte Samantha Barzel, die jede Kleinigkeit ausdiskutiert haben möchte. Keine Frage, dass ein Besuch bei einem Beziehungsberater längst hinter dem Liebespaar Sam (Roberts) und Jerry (Pitt) liegt. Pitt überzeugt als Jerry Welbach gleich in zwei Rollen. Ihm gelingt die Verkörperung eines schusseligen Komödianten genauso gut wie die des coolen Mafia-Zuarbeiters. Die Wege der beiden trennen sich wie schon angedeutet sehr früh. Jeder erhält seinen ganz eigenen kreativen Freiraum und aus dem einen, gemeinsamen Film entwickeln sich schnell zwei Road-Movies. Das macht natürlich noch längst keinen guten Film aus, denn wer will schon einen „Brad Pitt und Julia Roberts-Film“ und nicht einen „Brad Pitt mit Julia Roberts-Film“ sehen? Diese Mixtur aus Road Movie, Liebesgeschichte und Action Thriller ist dann auch des guten zu viel. Zudem fällt es Regisseur Gore Verbinski, der mit „Mäusejagd“ sein Kinodebüt vorlegte, sehr schwer bei einer Lauflänge von 123 Minuten den Spannungsbogen zu halten. Da können schon mal Längen auftreten, von denen es hier reichlich gibt. Warum nur muss Julia Roberts beispielsweise überall den duften Kumpel zum Ausheulen spielen? Ganz besonders nervt der viel zu lange Subplot mit ihr und dem beziehungsunfähigen Kidnapper Leroy. Würde dieser feinfühlige Killer nicht von einem hervorragenden James Gandolfini verkörpert, wäre er in seiner Länge so überflüssig wie ein Kropf. Brad Pitt hat es als Jerry aber auch nicht besser. Er stapft von einem Fettnäpfchen ins nächste, so schlimm, dass ihm sein alter Freund Ted, der hervorragende Schauspieler J.K. Simmons zur Seite gestellt werden muss. Nur ihnen, diesen hervorragenden Nebendarstellern, ist es letztlich zu verdanken, dass aus dem Liebes-Road-Action-Thriller-Movie kein Reinfall wird. Christian Gertz



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INHALT

Jerry ist ein schusseliger Kleinganove. Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Aufträgen für die Mafia, hofft er endlich mit seiner Verlobten Samantha nach Los Angeles gehen zu können, um dort ein neues Leben anzufangen. Doch da hat er die Rechnung ohne seine finsteren Chefs gemacht. So schnell lassen sie ihren Schützling nicht los. Um ein gutes Bild zu hinterlassen soll er noch eine letzte heikle „Sache“ erledigen. Er wird beauftragt aus Mexiko eine seltene, angeblich mit einem Fluch belegte Waffe zu schmuggeln und sie dann in die Staaten zu bringen. Natürlich geht auch dieser Auftrag schief. Noch in Mexiko ist er die teure Waffe wieder los. Während er der teuren „Mexican“ hinterher jagt, wird seine Freundin Samantha von dem Killer Leroy gekidnappt. Samantha soll als Lösegeld gegen die begehrte Waffe eingetauscht werden. Nun hat Jerry zwei große Probleme: Ohne Pistole kein letzter erfolgreicher Auftrag und keine Freundin. Des spanischen nicht mächtig tappt er fortan von einem Fettnäpfchen ins nächste. Inzwischen ist es seiner Freundin Samantha gelungen eine persönliche Bindung zu ihrem Kidnapper aufzubauen. Als Jerry schließlich die Pistole in den Händen halten kann, kommen somit noch ganz andere Probleme auf ihn zu...
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Eure Kritiken zu Mexican – Eine heisse Liebe

  1. Bioscoop

    Popcorn-KinoDer Film mit seinen Sprüngen zur evtl. Vergangenheit hat viele Längen und die Geschichte ist nicht ien wirklicher Reißer. Popcorn ist auf jeden Fall angebracht. Das Beste am ganzen Film ist der schwule Mörder, der leider nicht den ganzen Film über durchhält… Nett anzusehen wegen der Hauptdarsteller, die aber schon mal besser gespielt haben.

  2. tine

    von 0 auf 60?von 0 auf 100 klappt leider nicht so ganz … habe mir gestern den film auf video angeschaut und am anfang gedacht: ach du scheisse, gehe ich mal lieber wäsche bügeln … aber irgendwann war ich doch interessiert an der geschichte und habe einige male spontan losgelacht … auch ich fand die story mit leroy eigentlich am besten …

    netter videofilm, mehr nicht.

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