KRITIK

Merida – Legende der Highlands

plkt MeridVor sechs Jahren wurde das Studio Pixar von Disney geschluckt – und allmählich macht sich das bemerkbar. Denn „Merida“, der nunmehr 13. Film der heute bedeutendsten (und einst von Steve Jobs auf den Weltmarkt gehievten) Schmiede für digitale Animationsfilme, macht einige Dinge anders als zuvor. Und das in einer Manier, die man eher von Disney-Eigenproduktionen kennt: Erstens taucht der neue Film ab in eine klassische Märchenwelt, zweitens stellt er erstmals für Pixar eine weibliche Heldin ins Zentrum einer emanzipatorischen Geschichte. So wie Disney das zuvor bereits mit „Pocahontas“, „Mulan“ oder „Küss den Frosch“ getan hat.

Im Original heißt der neue Film aus dem Hause Disney/Pixar schlicht „Brave“, also „mutig“. Das passt zur Hauptfigur wie maßstäbesetzende Animationstechnik zur Trickfilmschmiede Pixar. Merida nämlich schießt lieber mit dem Bogen, klettert auf hohe Felsen und galoppiert zu Pferde durchs Gehölz, als sich um ihre eigentliche Pflichten als schottische Prinzessin zu kümmern: nett auszusehen und auf den zugeteilten Gatten zu warten. Szene aus dem Film MeridaDer soll von den Eltern strategisch geschickt aus einem anderen Clan ausgewählt werden. Merida aber, der Wildfang mit der roten Wallemähne, verprellt die tumben Ehe-Bewerber beim Bogenschießwettbewerb, verkracht sich mit König Elinor, ihrer Mutter, und flieht in den Wald. Dort kauft sie einer Hexe einen Zauber ab – der ihrer Mutter tierische Probleme bereitet. Eigentlich ein handelsüblicher Mutter-Tochter-Konflikt, um den herum die Regisseure Brenda Chapman und Mark Andrews ihr Abenteuer in den Highlands eines mittelalterlichen Fantasy-Schottland stricken.

Und tatsächlich: So originell und verquer wie frühere Meisterwerke à la „Ratatouille“ ist „Merida“ nicht geworden. Zum Glück aber fehlen die obligatorisch liebevoll erdachten Figuren nicht, von Meridas Chaos-Brüdern über die verschrobene Hexe bis zu Irrlichtern im Wald und einer traurig verzauberten Bärin. Gewohnt herausragend ist die digitale Animation, nicht nur die der in leuchtenden Farben ausgestalteten Landschaft, sondern auch die der menschlichen Figuren: Was früher in den „Toy Story“-Welten eher störte, hat Pixar seit „Oben“ auf erstaunliche Weise perfektioniert. Sehenswert!

 

 

Kritikerspiegel Merida - Legende der Highlands



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Dimitrios Athanassiou
moviemaze.de
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 




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INHALT

Inmitten der rauen Wildnis der schottischen Highlands träumt die talentierte Bogenschützin Merida davon, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch im Hause des schottischen Königs hat nur eine das Sagen – Meridas Mutter, Königin Elinor. Und die hat eine ganz klare Vorstellung davon, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll: Das aufmüpfige Mädchen mit den wilden roten Locken soll möglichst bald unter die Haube, vermählt werden mit einem der Clan-Söhne aus dem Königreich. Also lädt Elinor den klobigen Lord MacGuffin, den mürrischen Lord Macintosh sowie den streitsüchtigen Lord Dingwall und ihre Söhne zu Highland Games ein. Der Sieger des Bogenschießwettkampfes soll Merida zur Frau bekommen, doch sie verlangt als Erstgeborene des Königs selbst teilnehmen zu dürfen und beleidigt durch ihren Sieg die anderen Clans. Die Lords schäumen vor Wut. Als Merida nach einem Riesenkrach mit der Mutter voller Zorn auf ihrem Pferd in den Wald flüchtet, nehmen die Dinge ihren unheilvollen Lauf. Ein magischer Fluch fordert all ihre Kräfte und ihren Mut, wenn sie ihre Familie und ihr Königreich retten will ...
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