KRITIK

Meine Zeit mit Cézanne

Bild (c) 2016 Prokino Filmverleih.

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Émile Zola wuchs als Kind eines Italieners in bescheidenen Verhältnissen auf. Im Alter von 18 Jahren zog er 1858 von Aix-en-Provence nach Paris, um dort der berühmteste Schriftsteller des französischen Naturalismus zu werden: ein bürgerlich Gewordener mit sozialkritischer Agenda. Aufgewachsen war Zola mit seinem engen Freund Paul Cézanne, einem Bankierssohn, der sich dem Klammergriff seiner wohlhabenden Familie entzog, um Maler zu werden. Anders als Zola schaffte er es erst am Ende seines Lebens, die Anerkennung der Kunstwelt zu finden. Da war die Freundschaft schon zerbrochen: 1886 schrieb Zola den Schlüsselroman „Das Werk“, in dem sich Cézanne als gescheiterter Maler wiederzuentdecken glaubte.

Die Idee einer Doppelbiografie, die sich in Schlaglichtern über fast fünf Jahrzehnte hinzieht, ist schon deshalb gut, weil sich von heute aus gesehen die Vorzeichen verkehrt haben: Die post-impressionistische Kunst Cézannes ist für die Moderne bahnbrechender gewesen als die meisten der vielen Zola-Romane. Regisseurin Danièle Thompson („Affären à la Carte„) macht klugerweise Zola (Guillaume Canet, „The Program“) zum Protagonisten und blickt mit ihm voller Sympathie auf den strauchelnden Maler (Guillaume Gallienne, „Maman und ich“).

Szene_Meine_Zeit_CezanneLeider fällt Thompson inszenatorisch wenig ein: Der Film „Meine Zeit mit Cézanne“ reiht in einer leicht ungelenken Rückblendenstruktur zahllose Dialogszenen über das Leben, die Kunst, die Freundschaft, die Liebe zur selben Frau (Alice Pol, „Super-Hypochonder„) aneinander, wirkt aber eher betulich als inspirierend. Immerhin: Patrice Lecontes Kameramann Jean-Marie Dreujou fängt das Licht der Provence Cézannes überzeugend ein.

 

 

Kritikerspiegel Meine Zeit mit Cézanne



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


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