KRITIK

Mein Name ist Eugen

Mein Name ist Eugen Das gleichnamige Buch des Berner Theologen Klaus Schädelin ist wohl der Schweizer Jugendbuchklassiker – fünfzig Jahre nach Veröffentlichung ist es nun verfilmt worden, und zwar mit (gemessen an Schweizer Verhältnissen) beträchtlichem Aufwand. Regisseur Michael Steiner, der nach „Mein Name ist Eugen“ die gefeierte Swiss-Air-Chronik „Grounding“ drehte, schickt den Titelhelden mit seinen Freunden Wrigley (wacker), Eduard (mopsig) und dem kleinen Bäschteli auf eine rasante Hatz quer durch die Kantone der späten Fünfziger Jahre. Eugens Ziel: der dollste Lausbub aller Zeiten zu werden, so wie Wrigleys legendenumrankter Cousin Fritzeli Bühler einer war.

Steiner bedient sich aller möglichen Zoom-, Schwenk-, Raffertechniken, extremer Nahaufnahmen und verkanteter Perspektiven, um die leicht angestaubte Story anzuheizen und lässt die halbe Schweizer Fernsehprominenz ins Objektiv blödeln. So wirkt der Film übertrieben aktionistisch. Und wie schon in „Vitus“ hat die hochdeutsche Synchronisation die Feinheiten des schweizerdeutschen Dialektfilms gnadenlos kaputtgebügelt: Die im Off-Kommentar der Handlung fortlebende Ich-Erzählung Eugens, der vielen als Holden Caulfield der Eidgenossen gilt und auch ähnlich spricht, ist ohne helvetischen Jargon nur halb so schräg – und auch nur halb so interessant.



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INHALT

Bern 1964: Eugen und seine drei Kumpels - Wrigley, der so heißt, weil er stets die gleichnamigen Kaugummis kaut, der schmächtige Bäschteli sowie der dicke Eduard - haben sich in den Kopf gesetzt, den König der Lausbuben, Fritzli Bühler, aufzuspüren. Eine Odyssee beginnt.
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