KRITIK

Mein liebster Alptraum

Filmplakat Mein liebster AlptraumEine herbe, unterkühlte französische Galeristin in Paris, deren Ehe zu einem Verleger am eisigen Tiefpunkt angelangt ist. Wer würde bei der Besetzung nicht sofort an Isabelle Huppert denken? Allerdings ist „Mein liebster Alptraum“ kein grämendes Seelendrama, indem die Huppert gerne die Bandbreite ihres Könnens ausspielt, sondern ein weiteres Beispiel für die grassierende Welle französischer Wohlfühlkomödien, die ihren Reiz aus dem Zusammenprall bourgeoiser Kulturbürger mit der Arbeiterklasse beziehen: siehe „Ziemlich beste Freunde“. Hier also gerät die Huppert ganz unwahrscheinlich, aber bald auch amourös an den prolligen Filou Benoît Poelvoorde („Nichts zu verzollen“), während ihr Gatte einer jungen Streetworkerin verfällt.

Anne Fontaine, Regisseurin von „Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“ und „Das Mädchen aus Monaco“, ist auf komplexe Paarbeziehungen spezialisiert. Ihr Hauptdarsteller Benoît Poelvoorde darf dem Affen Zucker geben, ohne dass sein vulgärer Lebemann darüber zur Karikatur verkommt. Dennoch verlässt sich die Regisseurin trotz ihrer beiden überzeugenden Darsteller ein wenig zu sehr auf boulevardeske Situationskomik, setzt zunächst auf schneidige Dialoge, bis jeder Anflug satirischen Witzes dann doch in klischeehaftem Wohlgefallen versickert. Mittelmaß.

  

 



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