KRITIK

Mein Führer

Mein Führer Der Mann gehört auf die Couch, zumindest sieht Regisseur Dani Levy das so, der in „Mein Führer“ Helge Schneider als Gröfaz zur Therapie beim jüdischen Schauspiellehrer Adolf Grünbaum schickt.

Ausgerechnet dieser KZ-Häftling soll dem Diktator die Depression austreiben. Was eine Farce im Geiste Lubitschs und Chaplins hätte werden können, ist leider nicht mehr als eine missglückte Untergangs-Groteske.

Der vulgärpsychologisch unterfütterte Zwitter-Film, der als Moralstück zu pathetisch und als Satire zu harmlos ist, beweist lediglich, dass man sich von der Figur Hitler nicht zu leichtfertig verführen lassen sollte.



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INHALT

Berlin liegt in Trümmern, die Alliierten klopfen machtvoll an die Tür, die Wunderwaffe lässt auf sich warten. Dem Führer geht es schlecht. Dumm nur, dass er in wenigen Tagen mit einer flammenden Rede den deutschen Volkssturm entfachen soll. Da kommt Goebbels die rettende Idee: Er lässt einen jüdischen Theaterdirektor aus dem KZ Sachsenhausen in die Reichskanzlei bringen, damit er Hitler wie zu Beginn seiner Karriere rhetorisch unterrichte. Natürlich könnte das Veit Harlan auch, erläutert der Propagandaminister seiner verdutzten Entourage, aber nur ein Jude würde mit dem Hass auch das Beste im deprimierten Gröfaz wieder zum Vorschein bringen. Gesagt, getan, und ehe sich der überraschend rehabilitierte Prof. Grünbaum versieht, lässt er seinen ehemaligen Schauspielschüler auch schon vor sich stramm stehen.
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Eure Kritiken zu Mein Führer

  1. Onur

    Der jüdische Regisseur Dani Levy, der ein Clown mit Woody-Allen-Brille sein möchte, verwechselt Ironie mit Zweideutigkeiten und Wortspielereien aus der Klamottenkiste. Hitler als armes Würmchen, das sich unbefriedigend auf Eva Braun abmüht, die Handlanger als albernde Staffage mit diversen Handicaps und mittendrin eine jüdische Familie, die dem Schabernack die ernst Note verleihen soll – das hätte Woody Allen sicherlich gelungen und ausgewogen als großartige Tragikomödie inszeniert.

    Levi indes sieht sich vielmehr in den viel zu großen Fußstapfen von Chaplin und Lubitsch herumstolpern und verläuft sich dabei nonstop nonsend zwischen Kalauern und Comedy-Brüllern und liefert lediglich einen weiteren Breitwand-Beitrag zum aktuellen deutschen Klamaukbrei.

  2. Andromenda800

    Ich finde, dass es ein sehr gelungener Film ist, Respekt an Dani Levy für den Mut. Und Gratulation an Schneider und Mühe für die schausp. Leistungen.

  3. Karthasis

    Der Star ist eindeutig Ulrich Mühe, Helge Schneider spielt nur die Nebenrolle – die aber erstaunlich gut dafür, dass er sonst nur Schrottrollen spielt!

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