KRITIK

Mein Freund der Wasserdrache

Mein Freund der Wasserdrache Es ist schon eine merkwürdige Idee, eine Geschichte, die ja eigentlich vom Versuch erzählt, mit den Schrecken und Verlusten eines Krieges fertig zu werden, ausgerechnet an einem glitschigen Digital-Amphibium aufzuhängen. Beides will denn in „Mein Freund, der Wasserdrache“ auch irgendwie nicht zusammenpassen.

Der Plot basiert auf einem Buch des „Schweinchen namens Babe“-Autors Dick King-Smith, der bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Anfang zwanzig war; doch im Film gilt dem Kriegshintergrund nur phasenweise das Interesse.

Zunächst dreht sich in der Abenteuergeschichte alles um den kleinen Schotten Angus, der anno 1942 ein (solide animiertes) Wasserpferd aufzieht, zuhause versteckt und dann in Loch Ness (!) versenkt. Erst als Soldaten das Gewässer unter Beschuss nehmen, um vermeintliche Nazi-U-Boote aufzuhalten, muss Angus über sich hinauswachsen und einer harschen Realität entgegentreten, zu der auch sein gefallener Vater gehört.

Regisseur Jay Russell hat sich schon mit der kitschtriefenden Feuerwehr-Schnulze „Im Feuer“ ziemlich stark im Ton vergriffen, und auch hier fügen sich die Bruchstücke nicht zum Guten. Zarte Melancholie trifft auf Fantasy mit Hang zur kitschigen „Nessie“-Niedlichkeit, an der alles Ernstgemeinte allzu oft zerschellt – eine vergleichbare Mischung wurde in „Pans Labyrinth“ deutlich überzeugender aufbereitet.

Bleiben ein paar durchaus sehenswerte Darsteller – der kleine Alex Etel („Millions“) als Angus etwa, Emily Watson („Roter Drache“) als seine wackere Mutter und natürlich der immer gute Brian Cox („Zodiac“), der als „alter“ Angus im Heute die Story Touristen erzählt. Aus seinem Mund klingt sie freilich viel charmanter als sie ist.



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INHALT

Angus leidet unter dem Tod des Vaters im Krieg. Mit dem Trübsal blasen ist es vorbei, als er vom Strand einen straußeneigroßen Stein mit nach Hause nimmt und daraus anderentags eine kleine, überaus hungrige Echse schlüpft. Der neue Spielkamerad wird alsbald als Wasserdrache identifiziert und wächst sehr schnell heran.
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