KRITIK

Mein Freund der Delfin

Plakat zum Film Mein Freund der DelfinIn einer Zeit, in der es angeblich im „Weltraum keine Gefühle gibt„, Weihnachtsmänner vom Himmel fallen und eine Sterbliche mit einem schönen Vampirjüngling ein Kind zeugen kann, in dieser fantastischen Zeit kommt ein Film in die Kinos, der von einem kleinen Jungen und seiner Freundschaft zu einem Delphin erzählt. So einfach, so wahr. Und damit zeigt sich, dass oft das wahre Leben die besten Geschichten schreibt. Karen Janszen und Noami Dromi (Drehbuch) erzählen die wahre Geschichte eines frei lebenden, jungen Delphinweibchens, das in eine Krebsreuse gerät und sich dabei schwere Verletzungen an der Schwanzflosse zuzieht. Es wird gerettet und in ein Marine-Hospital gebracht, wo man ihr den Namen Winter gibt. Doch da hat der Überlebenskampf erst begonnen. Ohne Schwanzflosse hat Winter kaum eine Chance zu überleben. Erst die gemeinsamen Bemühungen eines engagierten Meeresbiologen und eines genialen Experten für Prothesen machen das bahnbrechende Wunder möglich, das nicht nur Winters Leben retten, sondern auch vielen Menschen rund um den Globus helfen konnte. So viel zur wahren Geschichte aus dem Jahr 2005.

Eine Reihe hochrangiger Hollywood-Stars war so angetan von der Geschichte – die in US-Manier zu einer Freundschaft zwischen einem jungen und einem Delphin dramaturgisch verdichtet wurde, – dass alle Wunschdarsteller des Regisseurs nach Zusendung des Drehbuchs spontan zusagten. Ashley Judd, Kris Kristofferson und der für die Story besonders wichtige Morgan Freeman. „Ich mochte Ashley auf Anhieb, denn sie gehört zu den Menschen, die ich am meisten schätze. Außerdem gefällt mir die wunderbare Geschichte und die Rolle ist nett„, gibt Hollywoodstar Morgan Freeman im Presseheft bekannt. Während der Hollywoodstar erst im letzten Drittel zum Delfin stößt, beginnt die Geschichte mit dem Schuljungen Sawyer, der das verletzte Tier am Strand findet.

Szene aus Mein Freund der Delfin

Sawyer (Nathan Gamble) blickt zu seinem Cousin Kyle (Austin Stowell) auf.

Sawyer, überzeugend verkörpert von dem erst 12jährigen Nathan Gamble, ist zu Beginn ein sehr schüchterner, in sich gekehrter Schüler mit einer Lernschwäche. Sein Vater hat die Familie früh verlassen und jetzt will auch sein Cousin Kyle, der sich wie ein großer Bruder um ihn gekümmert hat, zur Army gehen. Als Sawyer den verletzten Delphin am Strand findet, ist er plötzlich wie ausgewechselt. Jetzt hat er etwas, was ihn wirklich interessiert. Nachdem das Delphinweibchen Winter, das sich im Film selbst spielt, vom Team des Marinehospitals um Dr. Clay Haskett (blass: Harry Connick Jr.) vom Strand abgeholt wurde, fährt Sawyer am nächsten Tag sofort in das Hospital, um nach Winter zu sehen. Hier schließt er Freundschaft mit der Tochter von Dr. Clay, der quierligen Hazel (großartig: Cozi Zuehlsdorff), die den Retter mit den Tieren des Hospitals bekannt macht.

Trotz größter Anstrengungen wird Winter allerdings nicht gesund und schlimmer noch – die Ärzte müssen ihr die Schwanzflosse abnehmen.

Szene aus Mein Freund der Delfin

Sawyer (Nathan Gamble) und Winter. (c) Alcon Film Fund

Als Winter mit dem Tode ringt, kommt Sawyer eine Idee: Nach einem Besuch bei seinem Cousin Kyle, der als verletzter Soldat aus einem Einsatzgebiet zurückgekehrt war, lernt er den Prothesen-Spezialisten Dr. Cameron McCarthy (Morgan Freeman) kennen und überredet ihn, sich Winter doch einmal anzusehen. Sawyer glaubt fest daran, dass ihm mit einer Prothese geholfen werden könnte. Neben diesem schwierigen Prozess der Wiederherstellung des jungen Delfins hatte Drehbuchautorin Karen Janszen, die sich mit tierischen Filmhelden bestens auskennt (sie war bereits an den Skripts zu „Duma – Mein Freund aus der Wildnis“ und „Free Willy 2“ beteiligt), allerhand Nebenstränge aufgebaut. Eine Randhandlung rückt kurzzeitig Sawyers verletzten Cousin in den Fokus, der von einer Olympiateilnahme als Schwimmer träumte, aber aus finanziellen Gründen erst mal zur Armee musste. Und zudem befindet sich auch das Clearwater Marine Hospital finanziell am Abgrund, zahlreiche Sitzungen werden einberufen und ein Hurrikan gegen Ende des Films scheint das endgültige Aus zu bedeuten.

Dass sich am Ende jedoch alles zum Guten wendet, dürfte bei dieser Geschte niemanden überraschen. Und auch „Mein Freund, der Delfin“ bietet zahlreiche tränenreiche Szenen, die der Familienfilmfan bereits aus ähnlichen Filmen wie beispielsweise „Free Willy“ oder vielleicht noch aus der TV-Serie „Flipper“ kennt. Zudem ist der Mehrwert, den man sich durch den Dreh mit teuren 3D-Kameras erhofft hatte, abgesehen von einer sehenswerten Eingangssquenz und einem unnötigen Hubschrauber-Flug nicht wirklich messbar.

Szene aus Nein Freund der Delfin

Dr. Cameron McCarthy (Morgan Freeman) soll helfen. (c) Alcon Film Fund

Für den kleinen Unterschied zu anderen Tierfilmen sorgen bei Charles Martin Smith (Regie) vor allem die Darsteller. Dazu zählen sicherlich der sehr talentierte Nathan Gamble als Sawyer, die vorwitzige Cozi Zuehlsdorff als Tochter Hazel, ihr Großvater Kris Kristofferson und natürlich Morgan Freeman als Prothesen-Spezialist Dr. McCarthy, eine Art „Q“ für besondere Schicksale. Summa Sumarum also ein Dank der hervorragenden Darsteller und behutsam eingesetzter Filmmusik von Mark Isham sehenswerter Familienfilm über die besondere Beziehung zwischen Mensch und Delfin.

  

 



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*