KRITIK

Mein bester Freund

Mein bester Freund Die Geschichte dieses Mannes beginnt mit einer Vase voller Tränen. Achilles soll sie aus Verzweiflung über den Verlust seines Freundes Patroklos weinend bis zum Rand gefüllt haben. Nun ersteigert der Antiquitätenhändler François (Daniel Auteuil) das sündteure antike Stück auf einer Auktion.

François selbst kennt das Gefühl nicht, um einen Freund zu trauern. Er hat keinen. Was ihm in seinem arbeitsreichen Alltag gar nicht weiter aufgefallen ist und was er sich auch nicht eingestehen will – von einer Geschäftspartnerin (Julie Gayet) lässt er sich zur Wette provozieren, binnen zehn Tagen einen besten Freund vorzuweisen.

Allein, die Suche nach jemandem, der Verbundenheit zu François beteuern würde, gestaltet sich schwierig. Der Mann muss erkennen, dass man ihn für ein Ekel hält und er das Leben eines sozialen Autisten geführt hat. Nachhilfe in Sachen emotionaler Umgangsformen erfährt François von einer Zufallsbekanntschaft, dem leutseligen, offenherzigen Taxifahrer Bruno (Dany Boon), der, wir ahnen es, mehr werden könnte als nur ein Zuhörer und Ratgeber.

Patrice Leconte schreibt mit dieser melancholisch grundierten Komödie seine Werkreihe über schicksalsträchtige Begegnungen fort (wie zuletzt in „Das zweite Leben des Monsieur Manesquier), hier in Form eines wendungsreichen Buddy-Movies. Und obwohl die Geschichte eine sanfte Note von Gefälligkeit trägt, ist der hervorragend gespielte Film dabei doch unterhaltsam und berührend.



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INHALT

Der erfolgreiche Antiquitätenhändler François (Daniel Auteuil) ist ein rettungsloser Workaholic, der sich für nichts außer sein Metier interessiert. Bis ihn seine Geschäftspartnerin Catherine (Julie Gayet) damit konfrontiert, er habe keine Freunde. Entrüstet schließt François mit ihr eine Wette ab, binnen 10 Tagen seinen besten Freund zu präsentieren. Doch die Anschuldigungen sind begründet: In ganz Paris will sich niemand zu ihm bekennen. Taxifahrer Bruno (Dany Boon) verspricht ihm beizubringen, wie man Freunde gewinnt.
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