KRITIK

Megamind 3D

Megamind 3D Vor fast genau 9 Wochen wollte sich der garstige Gru in „Ich – Einfach unverbesserlich“ zum größten Schurken der Welt emporschwingen. In einer herzerweichenden, 95minütigen Karthasis war er jedoch vom Ober-Schurken zum Ober-Familienvater mutiert. Mit Megamind kommt nun schon wieder ein selbst ernannter Trickfilm-Fiesling ins Kino: Ein Bläuling mit einem Riesenschädel. Derzeit scheint die Fokussierung auf Bösewichter die angesagte Methode zu sein, um die üblichen Superheldenfilm-Schemata zu parodieren. Aber der Reihe nach.

Ebenso zitatlastig und anspielungssüchtig wie einst Tom McGraths tierisches Abenteuer „Madagascar“ oder Andrew Adamsons „Shrek“, an deren Erfolge das DreamWorks-Studio mit dieser Neuschöpfung anknüpfen möchte, zieht „Megamind“ Genreklassiker wie „Superman“ oder „Batman“ durch den Kakao – allerdings erweist sich bei aller 3D-technischen Brillanz und Rasanz sehr schnell, dass vor einigen Jahren „Die Unglaublichen“ als Superhelden-Persiflage ungleich besser funktionierte. Weil die Figuren liebenswürdiger waren.

Hier steht Megamind (deutsche Stimme: Bastian Pastewka) zu Beginn in Konkurrenz zum Helden Metro Man (Stimme: Oliver Welke, im Original: Brad Pitt). Dann aber, eher unerwartet, besiegt der Schuft den Tausendsassa. Fortan kann er seiner Destruktionslust freien Lauf lassen und die Metropole mit „No, you can´t“-Plakaten zukleben. Ohne Gegenpart jedoch, wen wundert´s, wird es Megamind bald langweilig, weshalb er einen tumben Toren zum neuen Helden-Gegenpart aufbaut. Der jedoch, „Titan“ genannt, läuft aus dem Ruder und wird schnell viel böser als Megamind es je war.

Nach seinen ersten beiden „Madagascar“-Filmen ist dieses farbenfrohe Spektakel für McGrath ein deutlicher Schritt nach vorn: Die 3D-Technik sieht brillant aus und die Geschichte geht durchaus zu Herzen. Das ist alles zwar vorhersehbar, aber auch amüsant. Kurzweilig ist „Megamind“ in jedem Fall, als Trickfilm-Fast-Food taugt´s. Wenn da nur nicht das Gefühl bliebe, dass man das alles bei der Konkurrenz wie zum Beispiel in „Ich – Einfach unverbesserlich“ (Illumination) und „Die Unglaublichen“ (Disney/Pixar) schon pointierter, schärfer, abgründiger gesehen hat.



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INHALT

Megamind ist der durchtriebenste und brillanteste, aber auch dusseligste Schurke aller Zeiten. Sein Ziel ist es Metro City zu erobern, doch steht ihm dabei immer der gleiche Gegner im Weg: Metroman, der perfekte Superheld, der unfehlbare Übermann und das Idol der Bewohner von Metro City. Als es Megamind eines Tages tatsächlich gelingt, Metroman zu besiegen, weicht seine Freude darüber schnell gähnender Langeweile. Was ist schon ein Superbösewicht ohne Supergegner? Doch erneut hat Megamind eine seiner genialen Ideen – er erschafft sich einen neuen Gegenspieler mit größeren Superkräften, als Metroman sie jemals hatte: Titan.
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Eure Kritiken zu Megamind 3D

  1. RobbyTobby

    Ein wirklich toller Film aus dem Hause Dreamwoerks. Mit tollen Anspielungen für die etwas älteren Kinobesucher und tollen 3D Bildern für die etwas jüngeren. KLasse!

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