KRITIK

Max Minksy und ich

Max Minksy und ich Da mag die 13-Jährige Nelly noch so sehr die Streberin herauskehren, Einsen einheimsen und astronomische Fachbücher wälzen – letztlich träumt sie doch den typischsten aller Backfischträume: Einen Prinzen will sie haben.

Dann das: Ihr geliebter luxemburgischer Teenie-Prinz Edouard übernimmt die Schirmherrschaft über ein Basketball-Turnier, an dem das Mädchen-Team von Nellys Schule teilnehmen darf. Leider hat Nelly im Sportlichen Schwächen, und da kommt Max Minsky ins Spiel. Bei dem ist es nämlich umgekehrt. Englisch und Mathe sind seine Hürden, dafür beherrscht er Korbleger, Rebounds und Dribblings.Der Deal: Nachhilfeunterricht gegen Basketball-Training, damit Nelly doch noch ins Team für Luxemburg aufgenommen wird und Max nicht von der Schule fliegt.

Holly-Jane Rahlens hat für ihr zugrunde liegendes Buch den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten. Jetzt hat TV-Regisseurin Anna Justice es verfilmt – mal altbacken, mal einfallsreich. Altbacken ist die übliche Konstellation der pubertierenden Brillenschlange aus getrennt lebendem Elternhaus (Adriana Altaras als Mutter, Jan Josef Liefers als Vater) und ihr Kampf um Anerkennung, der in erster Liebe mündet; einfallsreich sind dagegen manch visueller Einfall und die Tanten-Kaffeekränzchen mit Monica Bleibtreu und Rosemarie Fendel, die Nellys jüdischen Familienhintergrund spielerisch rüberbringen.

Jetzt noch Lob für die jungen Hauptdarsteller von „Max Minsky und ich“: Zoe Moore und Emil Reinke („Türkisch für Anfänger“) sind wahre Naturtalente.



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INHALT

Für Hobbys hat die 13-jährige Berlinerin Nelly Sue Edelmeister keine Zeit. Ihr Leben hat die bodenständige Einser-Schülerin schon jetzt der Wissenschaft, genauer gesagt der Astronomie verschrieben – Knutschen, Schminken, Stars und Mode können bei ihr das Anhimmeln der Galaxis nicht ersetzen. Nur für Prinz Edouard, süßer Luxemburgischer Kronprinz und Hobbyastronom wie sie selbst, würde Nelly eine Ausnahme machen: Einmal Prinzessin sein, und wäre es nur für einen Tag!

Als an der Schule verkündet wird, dass die diesjährige Basketball-Schulmeisterschaft unter der Schirmherrschaft des umschwärmten Prinzen ausgetragen wird, rückt der Jungmädchen-Traum in greifbare Nähe, da sich dort ja ein intellektuell-romantisches Rendezvous auf dem Siegerpodest ergeben könnte – zumindest theoretisch. Tatsächlich fehlt es der kleinen Intelligenzbestie zum beherzten Auffangen des vom Schicksal zugespielten Traumpasses zunächst noch an den körperlich-sportlichen Grundvoraussetzungen. Grund genug für die Nachwuchsforscherin, die ohnehin nicht an Gott oder die verbindende Kraft von Familienfeiern glaubt, den Hebräisch-Unterricht für ihre bevorstehende Bat Mitzvah etwas schleifen zu lassen und sich vom neu zugezogenen 15-jährigen Max Minsky im Gegenzug zum Erledigen seiner Hausaufgaben schweißtreibende Nachhilfe in Sachen Ballsport geben zu lassen.

Sehr zum Leidwesen von Mutter Lucy, einer New Yorker Jüdin, die neben der Initiation ihrer Tochter in die jüdische Gemeinschaft durch Max` attraktive Mutter Melissa auch noch ihre Ehe sang- und klanglos untergehen sieht.
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