KRITIK

Mavericks

Plakat zum Film MavericksUnd wieder lockt die Monsterwelle: Die Faszination der Filmemacher für kathedralenhohe Wassertunnel und die sie durchpflügenden Heißsporne auf Surfbrettern ist nicht kleinzukriegen. Und wer die Meilensteine des Surferfilms gesehen hat, Kathryn Bigelows Krimi „Gefährliche Brandung“ etwa oder den Dokumentarfilm „Riding Giants“, der kann gut nachvollziehen, warum das so ist: majestätische Bilder, ein Rauschen und Bersten und ein Gefühl von Freiheit, das sich auf den Zuschauer überträgt.

Meistens jedoch begnügen sich Surferfilme – siehe zuletzt „Soul Surfer“ – mit einer maritimen Abwandlung der handelsüblichen Identitätsfindungsdramaturgien. Auch „Mavericks“ will gleich mehreres sein: ein Teen-Film, ein Adoleszenzdrama, ein Biopic mit Wellenbildern. Orientiert ist das Werk, dessen Regie Curtis Hanson („8 Mile“) aus Krankheitsgründen während der Dreharbeiten an Michael Apted („Nell“) abtrat, am Leben der Surf-Legende Jay Moriarity: Der Spezialist für Riesenwellen starb mit 22 Jahren. Auf dem Meer, wo sonst?

Szene aus dem Film MavericksDer Moriarity im Film, gespielt vom Newcomer Jonny Weston, plagt sich mit renitenten Beach Boys herum, er liebt seine beste Freundin und auch die alkoholkranke Mutter (Elisabeth Shue, 28 Jahre nach „Karate Kid“). Dabei will er doch eigentlich nur in die berüchtigte Half Moon Bay: Dort sollen sie beizeiten hereinbrechen, die sogenannten „Mavericks“. Man könnte das mit „Rebellen-Wellen“ übersetzen. In der Nachbarschaft wohnt die Maverick-Legende Frosty Hesson, mittlerweile ein schweigsamer Familienvater, gebührend brummig verkörpert von Actionfilmheld Gerard Butler („300“). Doch bald lässt sich Frosty vom Enthusiasmus des Jungsurfers mitreißen: Er wird zu seinem Mentor. Der Rest des Films verläuft auf leider sehr bekannten Bahnen: Amouröse und familiäre Hindernisse sowie allerlei Ängste werden überwunden, während der Zuschauer bei den pathos­schwangeren Dialogen am besten abtaucht. Dem Schlussviertel gehören dann zum Glück ganz die Wellen. Und die schwappen so fabulös über die Leinwand, dass sie noch die lahmsten Klischees unter sich begraben.

  

Kritikerspiegel Mavericks



Dimitrios Athanassiou
moviemaze.de
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau; mehrfilm.de
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
4.5/10 ★★★★½☆☆☆☆☆ 




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INHALT

Der 15-jährige Jay Moriarity ist seit seiner Kindheit begeisterter Surfer. Durch einen Zufall findet er heraus, dass die berühmt-berüchtigten Riesenwellen Mavericks keine Legende sind, sondern sogar nicht weit vor der Küste seiner Heimatstadt entstehen. Fasziniert von der unbändigen Kraft dieser Wellen, die zu den größten und gefährlichsten der Welt gehören, fasst Jay einen wagemutigen Plan: Er bittet die lokale Surflegende Rick „Frosty“ Hesson ihm beizubringen, Mavericks zu surfen. Etwas, das nur ein eingeschworener Kreis schafft! Ein ehrgeiziges Ziel, denn für das Training bleibt Jay nur ein Zeitfenster von zwölf Wochen. Während die beiden ungleichen Partner gemeinsam versuchen, das Unmögliche zu schaffen, entwickelt sich zwischen ihnen eine tiefe Freundschaft. Doch auch Jays langjährige Freundin Kim beschäftigt ihn und schon bald geht es nicht mehr nur darum, sich den Riesenwellen zu stellen…
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