KRITIK

Mary und Max – oder: Schrumpfen Schafe…

Mary und Max - oder: Schrumpfen Schafe... Wer mit Knet-Animation nur Kindereien verbindet, wählt mit seinen Sprösslingen besser nicht „Mary & Max“: Der Australier Adam Elliot, mit Preisen überhäuft für diverse Kurzfilme in Stop-Motion-Technik, erzählt auch in seinem ersten Langfilm mit allerschwärzestem Humor und schonungsloser Lakonie aus dem Alltag seiner ramponierten Plastilinfiguren.

Diesmal lässt er ein familiär gebeuteltes australisches Vorstadtmädchen und einen gesundheitlich gehandicapten New Yorker Neurotiker aneinandergeraten – als Brieffreunde. Mary ist acht, hat „Augen wie dreckige Pfützen“, keine Freunde und ein desolates familiäres Umfeld: Die Mutter säuft und klaut Sherry, der Vater stopft tote Tiere aus, und Opa erklärt ihr, woher die Kinder kommen: aus Biergläsern. Um eine zweite Meinung einzuholen, sucht sie sich einen Brieffreund aus dem New Yorker Telefonbuch: Max, einen adipösen Mietskasernen-Eremiten mit Asperger, imaginärem Freund, Fußnagelsammelzwang und einer hemmungslosen Vorliebe für Schokoriegel-Hotdogs.

Was nicht zusammenpasst, bleibt dann doch, Krisen zum Trotz, über Jahrzehnte im Schriftverkehr. So wie ja auch Knet-Optik und Menschentragik eigentlich nicht zusammenpassen, es hier aber doch aufs Tollste tun. Elliot erzählt, zwischen Neurosen, Psychosen, Demütigungen und grausamen Zufällen, ganz menschenfreundlich-froh und überraschend witzig von der heilsamen Kraft der Freundschaft, die als einzige noch hilft, wenn alles andere verloren scheint. Herausragend.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Die achtjährige Mary Daisy Dinkle lebt mit ihren Eltern in einem Vorort von Melbourne. Die Mutter trinkt, raucht und stiehlt. Der Vater glänzt durch Abwesenheit, indem er sich lieber seinen kruden Hobbys widmet als sich um die Tochter zu kümmern. Mary hat keine Freunde und wird wegen eines riesigen Muttermals von ihren Schulkameraden gehänselt. Durch einen Zufall kommt das Mädchen zu einem Brieffreund, der in New York lebt. Der 44-jährige Max Jerry Horrowitz ist übergewichtig und leidet an dem Asperger-Syndrom, einer Variante des Autismus. Die Krankheit - er selbst mag sie nicht als solche bezeichnen - verunmöglicht es ihm, soziale Bindungen einzugehen. Doch das ändert sich mit Marys Brief - die beiden Außenseiter finden zueinander.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Mary und Max – oder: Schrumpfen Schafe…

  1. tine

    anschauen.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*