KRITIK

Marley und Ich

Marley und Ich Die Krise spielt keine Rolle in dieser Komödie, aber umso präsenter ist sie. Vordergründig geht es in „Marley & Ich“ um einen Labrador, der das traute Leben von Josh (Owen Wilson) und Jenny (Jennifer Aniston) gehörig durcheinander wirbelt. Tatsächlich jedoch erzählt David Frankels Film geradezu modellhaft von jenem amerikanischen Normalo-Traum, der sich erstmal erledigt hat.

Wir lernen Josh und Jenny als frisch verheiratetes Journalistenpärchen mit Ambitionen kennen. Josh will noch keine Kinder, deswegen schafft er für die Ersatzfamilienplanung einen süßen Hund an, Marley, der mit seiner Spielwut sogar die Trainerin in der Hundeschule zur Verzweiflung treibt. Eine zeitlang funktioniert dieses Dreierdasein nicht schlecht, bloß holt der biologische Imperativ die Hunde-Eltern dann doch ein: Es kommt ein Kind, dann ein zweites. Jenny gibt ihren Job auf und hadert mit den Alltagsdesastern aus Babygebrüll und Verwüstungsorgien, während Josh als Kolumnist um Selbstverwirklichung ringt.

Die Schwierigkeit, Kinder, Beruf und Beziehung unter einen Hut zu bekommen, die kennen viele, deswegen war „Marley & Ich“ in den USA auch so spektakulär erfolgreich. Bloß bietet Regisseur Frankel als Lösung für alle Probleme ein drittes Kind an und verfällt in ein reaktionäres Hypotheken-Märchen vom Leben mit Haus, Auto und Hund. Wie lange wird sich ein Publikum solche Geschichten wohl noch erzählen lassen?



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INHALT

Frisch verheiratet nehmen die Journalisten Jennifer und John den Labrador Marley in ihr Beziehungsleben auf. Obwohl der ungestüme Vierbeiner jeden Gehorsam verweigert, entwickelt sich eine Liebe, die das Paar auf dem Weg durch eine harmonische, aber nicht krisenresistente Ehe begleitet. Jahre später komplettieren drei Kinder das Familienglück. Marleys Zuneigung ist unerschütterlich, seine Gesundheit aber nicht.
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