KRITIK

Marie Curie

Bild (c) NFP Film Marketing.

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Marie Curie ist bis heute die einzige Frau, die zweimal den Nobelpreis gewann: 1903 mit ihrem französischen Ehemann Pierre für Physik und 1911 den für Chemie. Über diese Jahrhundertwissenschaftlerin, die das Radium entdeckte und den Begriff der „Radioaktivität“ prägte, sind bereits zahlreiche Filme entstanden ­– da wird das Personal knapp: Aus der Version mit Isabelle Huppert (1997) hat Regisseurin Marie Noelle deshalb kurzerhand den Darsteller des Pierre übernommen, Charles Berling.

Anders als die früheren Filme konzentriert sich ­Noelle allerdings ganz auf die Jahre zwischen den beiden Nobelpreisen ­– und damit auf den Kampf der selbstbewussten Polin gegen die Doppelmoral des von Platzhirschen dominierten Pariser Betriebs. Den Lehrstuhl ihres plötzlich verstorbenden Gatten muss sie sich mühsam erkämpfen, und als sie eine Affäre mit dem verheirateten Physiker Langevin beginnt, wird sie übel diffamiert. Doch ihren zweiten Triumph (und die Bewunderung Einsteins) kann das nicht verhindern.

szene_marie_curie_c_nfp_marketing_und_distributionWeil im Film auch deutsches Geld steckt, spazieren vertraute Gesichter wie Samuel Finzi durchs Bild – und Sabin Tambrea, Titelheld von Noelles letztem Film „Ludwig II.“ Mit letzterem Film hat „Marie Curie“ den sehr distanzierten Blick gemein: Man folgt dem akkurat ausgestatteten Historienstück interessiert, aber nicht unbedingt gefesselt. Merken sollte man sich auf jeden Fall Karolina Gruszka, die es schafft, Marie Curie ebenso forsch wie sensibel zu verkörpern. Sehenswert.

 

 

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