KRITIK

Maria ihm schmeckt´s nicht

Maria ihm schmeckt´s nicht Seltsam, diese Karriere des Christian Ulmen. Begonnen hat der Mann als Clip-Ansager bei der Londoner MTV-Filiale, wo er vor allem mit einem ziemlich mutigen Englisch auffiel. Heute bewegt er sich mit generationstypischer Unbekümmertheit durch den Medienzirkus, dreht Filme, schreibt Bücher und macht Internetfernsehen, wo er, jüngster Coup, die Figur eines Debilen namens Uwe Wöllner erfunden hat, in dessen Maskerade er nun auch gern Interviews absolviert. Eigentlich geht es bei ihm immer um die Frage, wie viel Scham man aushält.

Peinlich wird es auch für den Jan, den er jetzt in Neele Leana Vollmars Adaption von Jan Weilers autobiografischem Culture-Clash-Bestseller „Maria, ihm schmeckt`s nicht“ spielt, wobei er seine Sache gar nicht mal schlecht macht. Jan will seine Freundin Sara heiraten, eine Halbitalienerin, deren Vater darauf besteht, dass die Trauung im italienischen Dörfchen Campobello stattfindet.

Italienisches Chaos trifft auf deutsche Unbeholfenheit – das ist der Stoff, aus dem Buch und Film ihren Humor beziehen. Jan hat eine Meeresfrüchte-Allergie, wird aber von der lärmenden, übergriffigen Sippe mit allerlei Gefischtem gestopft (siehe Titel), er versucht mit dem Lexikon in der Hand, sich zu behaupten und in der Fremde einen Rest deutscher Ordnung aufrechtzuerhalten. Kurzum, es prallen die satten Klischees und Stereotypen aufeinander. Allerdings hätte das Ganze auch krachlederner ausfallen können. Sympathisch wirkt der Film durchaus, zum Glück nicht peinlich.



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INHALT

Sachbuchlektor Jan nimmt den Heiratsantrag seiner deutsch-italienischen Freundin Sara an und möchte ohne großes Brimborium standesamtlich heiraten. Doch der zukünftige Schwiegerpapa Antonio pocht darauf, das Fest in Campobello zu feiern. So muss der gegen Meeresfrüchte allergische Jan vor Ort allerlei Schalentiere verdrücken und alleine ohne seine Zukünftige schlafen. Über die ärgert er sich, weil sie immer italienischer wird, aber vor allem über ihre anstrengende Verwandtschaft. Kurz vor der Trauung reißt ihm der Geduldsfaden.
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