KRITIK

Maos letzter Tänzer

Maos letzter Tänzer Als Kind wurde er seiner Familie entrissen und auf der Akademie in Peking mit militärischem Drill zum Balletttänzer ausgebildet. Dann durfte er als Austauschstudent zum Klassenfeind, ans Ballett in Houston, Texas. Dort erlebt er einen Kulturschock, will aber bleiben (Freundin, beruflicher Erfolg) – und soll trotzdem wieder nach China zurück. Am Ende wird er gar gekidnappt.

Lu Cuxin, so heißt der Wunderknabe, hat darüber eine erfolgreiche Autobiografie geschrieben, die Regieroutinier Bruce Beresford („The Contract“) nun, mit kritikmildernder finanzieller Beteiligung Chinas, artig verfilmt hat: Ganz unterhaltsam ist das geworden, aber auch sehr brav.

Cuxin wird sympathisch und reichlich hölzern gespielt vom gleichfalls erfolgreichen Tänzer Chi Cao, und was er da erlebt zwischen amerikanischer Libertinage, erster Freundin, erster Ehefrau und den Fittichen des schwulen Choreografen Ben (Bruce Greenwood, „Dinner für Spinner“), wirkt artig erbaulich bis fies klischeehaft.

Am besten funktioniert noch die lange Rückblende in Cuxins Akademiezeit im China der Siebziger. Aber auch da gibt es böse Schinder und gute, deshalb ins Umerziehungslager geschickte Kunstfreunde. Zum Schluss, bei Cuxins kurzfristiger Rückkehr, flattert trotzdem die Fahne der KP: eine Heldenbiografie mehr.



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INHALT

Der Pekinger Balletttänzer Li Cunxin hat eine Ausbildung hinter sich, entwickelt sich zu einem herausragenden Tänzer und bekommt schließlich die einmalige Chance, als einer der ersten aus seiner Heimat China, an einem Kulturaustausch mit den USA teilzunehmen. Am Ballett von Houston, Texas erlebt er die persönliche und künstlerische Freiheit, von der er in seiner Heimat nicht einmal zu träumen wagte. Nach nur kurzer Zeit avanciert der begabte junge Mann zum umjubelten Star der Kompanie und findet seine erste große Liebe. Er heiratet seine Freundin und umgeht so die Rückkehr in sein Heimatland. Doch die Freude währt nicht lange, als er kurz darauf gewaltsam von seinen Landsleuten im chinesischen Konsulat in Houston festgehalten und unter enormen Druck gesetzt wird.
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