KRITIK

Männersache

Männersache Wenn man als Comedian mal so eben das Berliner Olympiastadion ausverkaufen kann und auf allen Fernsehkanälen rauf und runter gelaufen ist, bleibt nur noch eins zu tun: einen Kinofilm drehen.

Nicht weiter überraschend also, dass „Kennste, Kennste?“-Komiker Mario Barth seine Busen- und Bier-Plattitüden jetzt auch leinwandweise ins Fanvolk schleudern darf. „Männersache“ hat er geschrieben, produziert, an der Seite des fäkalkomisch bewanderten Kameramanns Gernot Roll („Pura Vida Ibiza“) auch noch selbst inszeniert – und abgesehen von seiner Hauptrolle taucht er in Eddie-Murphy-Manier, absurd verkleidet und geschminkt, auch noch in diversen Nebenrollen auf.

Macht er es denn besser als so viele anderen Klamotteure von Tom Gerhard bis Atze Schröder? Nein, natürlich nicht. Er nimmt stattdessen eine (möglicherweise ironisch gemeinte, aber mitunter in triefigen Moralismus abdriftende) Aufsteigergeschichte, die seinen eigenen Erfolg spiegelt: Als Stand-Up- Comedian in Berliner Spelunken ist seine Figur Paul Schabowski zunächst einmal peinigend erfolglos. Dann verlegt er sich darauf, über das problembeladene Beziehungsleben seinens besten Kumpels Hotte und dessen ziegiger Freundin (Anja Kling) zu spötteln und fährt damit Erfolge ein: Das Glitschig-Zwischenmenschliche funktioniert bei ihm ebenso gut wie beim echten Mario. An der Hand eines dubiosen Promoters namens König wird er zum Star, doch Hotte ist pikiert. Was wird Paul wohl wichtiger sein: Ruhm oder Freundschaft?

Co-Autor Dieter Tappert, fernsehweit bekannt als Comedian Paul Panzer (der Lispler mit der Hornbrille), macht als Hotte hier noch die beste Figur, ansonsten regiert ein Furz- und Pipi-Humor einschläferndster Manier, in dem selbst die Gastauftritte von Leuten wie Leander Haussmann, Sido und leider auch Jürgen Vogel allenfalls zur Fremdscham einladen: Caveman-Sprücheklopferei allein reicht im Kino nun mal nicht aus. Vor allem, wenn man sie nur mit mies getimtem Slapstick kontern kann. Arm.



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INHALT

Tagsüber arbeitet Paul in einer Berliner Zoohandlung und abends an seiner Karriere als Komiker. Es läuft echt mies, bis er Witze über seinen besten Kumpel Hotte und dessen Freundin Susi reißt. Das Publikum rast vor Begeisterung! Doch Hotte und Susi sind stinksauer... Paul muss sich entscheiden: Freundschaft oder Karriere? Paul: „Als Hotte noch Single war, da war er noch ein Mann... ja, alles vorbei, seit der mit der Susi zusammen ist. Jetzt macht er lieber Kaffeeklatsch mit den Schwiegereltern. Wat is dat denn? Kaffeeklatsch bei den Schwiegereltern? Dat is wie ein Stein im Schuh beim Marathon,... et geht, aber schön isses nicht.“
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