KRITIK

Maggies Plan

Bild (c) MFA + Filmdistribution.

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Die US-Schauspielerin Greta Gerwig, der aktuelle Darling der neueren amerikanischen Independent-Komödie, hat geschafft, was nicht vielen gelingt: Die schlaksige Darstellerin hat in diversen Noah-Baumbach-Filmen („Frances Ha„, „Mistress America„) die Persona einer leicht linkischen, unsicheren, in ihrem unangepassten Freiheitsdrang aber immer sympathischen Mittdreißigerin kultiviert, die sich inzwischen auch in andere filmische Kontexte verpflanzen lässt.

Im Film von Rebecca Miller („Pippa Lee“), eine auf den Kopf gestellte romantische Komödie, passt diese Figur jedenfalls hervorragend: Akademikerin Maggie plant gern ihr Leben voraus, obwohl sich ihr Leben ungern daran hält. Gerade hat sie sich zum Kinderkriegen ohne Partner entschlossen und in einem Mathegenie und Gurkenverkäufer den passenden Samenspender gefunden, als der aufstrebende Literat John (wie aus einem seiner Richard-Linklater-Filme entsprungen: Ethan Hawke) in ihr Leben kracht. Der verlässt seine Frau, man zieht zusammen, bekommt ein Kind.

Szene_Maggies_Plan_Wo sonst das Happy End säuselt, springt Miller aber drei Jahre Leben weiter. Die Beziehung kriselt, und Maggie fasst sofort einen neuen Plan: John soll wieder mit seiner Ex zusammenkommen, herrlich trocken gespielt von Drama Queen Julianne Moore, die hier zeigt, dass sie viel öfter in Komödien auftreten sollte. Schön zu sehen, wie Miller mit ihrer auch in den Nebenrollen prominenten Besetzung wunderbar leicht die größten philosophischen Lebensfragen abhandelt, wie sie mit hochamüsantem Sprachwitz und zahlreichen kuriosen Details tröstende Behelfsbrücken über tiefste melancholische Abgründe legt. Das erinnert nicht nur an Baumbach und Linklater, sondern auch an die besten Filme von Woody Allen: Alle kriegen hier ihr Fett weg, mögen muss man sie trotzdem. Sehenswert.

 

 

Kritikerspiegel Maggies Plan



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Durchschnitt
7.5/10 ★★★★★★★½☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.

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