KRITIK

Mädchen aus dem Wasser, Das

Mädchen aus dem Wasser, Das Regisseur M. Night Shyamalan besitzt einen ausgeprägten Familiensinn. Berühmt ist er seit dem Sensationserfolg seines Erstlings „The Sixth Sense“ zwar für mystische Fantasy-Thriller mit fanfarenlauter Schlusspointe, aber auf einer stilleren Ebene erzählten seine Filme, auch „Unbreakable“, „Signs“ und „The Village“, stets von der Sehnsucht nach Geborgenheit: von der Leerstelle, die das Fehlen eines Elternteils verursacht, vom Wunsch, die Familie zusammenzuhalten oder um jeden Preis zu beschützen. Vielleicht war Shyamalan deshalb beim Disney-Konzern so gut aufgehoben. Aber sein jüngstes Werk hat er nun – nach öffentlichkeitswirksamem Streit – für ein anderes Studio produziert. Und bei der Gelegenheit gleich mit allen Erwartungen gebrochen. Keine Überraschung zum Schluss. Übersinnliches, aber überhaupt kein Sinn mehr.

„Das Mädchen aus dem Wasser“, entstanden aus einer Shyamalanschen Gute-Nacht-Geschichte, erzählt vom braven Cleveland Heep (Paul Giamatti aus „Sideways“), der als Hausmeister für die Apartmentanlage „The Cove“ zuständig ist und dem eines nachts die kleine Pool-Jungfrau Story erscheint. Story ist eine „Narf“, eine Nymphe aus der „blauen Welt“, und wird verfolgt von den „Scrunts“, irgendwelchen entarteten Hunden. Cleveland und die anderen Bewohner der Beton-Insel der Seligen müssen ihr helfen zurückzukehren und erkennen, dass jeder Mensch im Leben eine besondere Aufgabe hat.

In den USA sind die Spottkübel über diesen quasireligiösen Unfug bereits ausgeschüttet worden, aber M. Night Shyamalans Hybris und Humorlosigkeit lassen trotz niedriger Erwartungen entgeistert zurück. Weiß der Mann nicht mehr zu unterscheiden, ob eine Story für seine Tochter oder ein potentielles Millionenpublikum taugt? Er hat es übertrieben mit dem Familiären.



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INHALT

Cleveland Heep ist ein einfacher Hausmeister, der sich rührend um seinen Appartmentkomplex sorgt. Eines Abends rettet er aus dem Swimmingpool eine junge Frau, die sich nicht nur als waschechte Meerjungfrau entpuppt, sondern als Figur eines Kindermärchens, zu dem auch er und die Bewohner des Wohnblocks gehören. Um die Meerjungfrau auf dem Weg zurück in ihre Welt vor todbringenden Kreaturen zu beschützen, arbeitet er mit seinen Freunden zusammen und ist sogar bereit, sein Leben zu geben.
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Eure Kritiken zu Mädchen aus dem Wasser, Das

  1. Christian

    Familiensinn hin, Familiensinn her, Shyamalan bringt diese Fantasy-Story tatsächlich etwas zu entrückt unter das Volk. Obwohl Paul Giamatti wieder einmal glänzt, kann man dessen Engagement für die aufgetauchte Nymphe „Story“ nur schwer nachvollziehen. Die Nebendarsteller scheinen mit der Schablone gezeichnet, die Geschichte taugt höchstens als Gute-Nacht Geschichte zum Nacherzählen, aber nicht für einen spannenden Fantasy-Thriller. Schade.

  2. Twickers

    Ich werde nie verstehen, warum Shyamalan immer auf die Twists reduziert wird und auch nicht, warum die Trailer immer möglichst auf Spannung aus sind. Nur weil sein erster Film wie ne Bombe einschlug und sich ein paar Geister drin tummelten? Spätestens seit Unbreakable sollte sich rumgesprochen haben, dass er ein Geschichtenerzähler ist, dessen Schwerpunkt auf den leisen Seiten seiner Charaktere liegt. Und diesmal dürfte sich doch niemand der Illusion hingeben, dass die erzählte Geschichte (ein gute-Nacht-Märchen) wichtiger ist als die einzelnen Bestandteile. Diese Bestandteile sind die Bewohner eines Apartement Komplexes und jeder stellt altbekannte Klischeestereotypen auf erfrischende Weise da.
    Paul Giamatti hat wirklich eine Menge zu tragen, was ich mir nach The Village eher von Bryce Dallas Howard gewünscht hatte, die ihre Rolle zwar überzeugend spielt, dabei aber erstaunlich wenig zu tun hat. Shyamalan selbst tritt bekanntlich in jedem seiner Filme auf und wer glaubt, dass er sich schon in Signs zu viel Text geschrieben hat, sollte vielleicht wirklich vom Film fernbleiben. Wer rein geht, darf dafür nun das erste Mal einen vordergründigen Humor des Regisseurs/Autors/Produzenten/Darstellers erleben – z.T. nahezu lächerlich oder bei richtiger Betrachtung wunderbar bizarr. Selbst mit Kritikern rechnet Shyamalan auf gekonnte Weise ab, die Botschaft, dass es nichts originelles mehr gibt und Kritiker sich nicht immer so weit aus dem Fenster lehnen sollten kam bei mir zumindest gut an. Innovation allein macht auch keinen guten Film aus. Diese kann ich dem Film auch nicht wirklich zusprechen, dafür ist alles sehr solide und wieder in wunderbare Bilder eingefangen. James Newton Howard beweist dazu einmal mehr sein Händchen für passende Hintergrundtöne. Ein großer Pluspunkt ist das böse Monster des Films, der „Wolf“. Nicht zu oft im Bild, immer nur kurze Passagen, keine unnötige Effekthascherei.
    Ein Film für alle, denen noch was an Märchen liegt, die sich auch mal der heutigen Zeit annehmen, mit unbezwingbarer Hoffnung und guten Seelen überall.

  3. Bernd

    Ein sehr unterhaltsamer Film, natürlich sehr mystisch und sehr märchenhaft. Ist zwar nicht der beste von Shyamalan.. aber dennoch sehr gut und trotzdem sehenswert.

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