KRITIK

Lulu und Jimi

Lulu und Jimi Wer Angst vor quietschbunten Farborgien hat, muss den neuen Film von Oskar Roehler meiden: Der Mann, der zuletzt Houellebecqs „Elementarteilchen“ verniedlichte, davor aber mit preisgekrönten Filmen wie „Agnes und seine Brüder“ an einem ganz eigenen und durchaus extremem Entwurf deutscher Film-Melodramatik gebastelt hatte, verlegt mit „Lulu & Jimi“ David Lynchs legendäres Roadmovie „Wild at Heart“ aus dem amerikanischen Süden in die piefigen 50er Jahre in Schweinfurt, Unterfranken.

Roehlers Hommage ist betont überdreht und kitschig, Lynch und Fassbinder treffen in ihr auf Douglas Sirks klassische Melodramatik. Wie in „Wild at Heart“ flieht ein Liebespaar (gespielt von Jennifer Decker und Ray Fearon) im Cadillac vor den Nachstellungen der irren Mutter des Mädchens: Katrin Saß gibt als grell geschminkte Furie eine beeindruckend grenzwertige Vorstellung.

Udo Kier spielt ihren Chauffeur, der Däne Ulrich Thomsen den Killer, den sie auf Jimi ansetzt. Zitatenkino ist das, aber auch schräger Romantik-Trip, wilde Thrillerparodie und groteske Farce: Mehr solcher Pop-Entwürfe täten dem deutschen Kino gut. Roehler übrigens schenkte sich diesen Film selbst zum 50. Geburtstag: 1959 wurde er geboren, und 1959 spielt auch sein Film. Sehenswert



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INHALT

Es ist die Zeit des Rock`n`Roll in Deutschland – Lebenslust und Rebellion liegen in der Luft. Lulu, die Tochter einer bankrotten Fabrikantenfamilie, verliebt sich in den gut aussehenden, aber mittellosen Schwarzen Jimi. Die konservative kleinstädtische Umgebung ist entsetzt, vor allem Lulus Mutter versucht die reaktionären Kräfte ihrer Freunde gegen die unerwünschte Liebe zu mobilisieren: Sie setzt den Chauffeur Schultz und den Arzt von Oppeln auf die beiden an, um das Glück mit allen Mitteln zu verhindern. Aber Lulu und Jimi lassen sich durch Nichts und Niemanden aufhalten! Sie leben ihre Liebe auf der Flucht, den Verfolgern immer einen Schritt voraus. Bis sie in eine Falle geraten...
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Eure Kritiken zu Lulu und Jimi

  1. nina

    bunt, schrill, kitschig. macht spaß!

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