KRITIK

Lulu und Jimi

Lulu und Jimi Wo bei dem deutschen Regisseur Oskar Roehler, der sich seinen Ruf als Exzentriker hart erarbeitet hat, die Grenze zwischen Selbstironie und Größenwahn verläuft, das war noch selten klar auszumachen. Im Falle von „Lulu und Jimi“ weiß man es auch nicht so genau.

Die quietschbunte Groteske ist David Lynch gewidmet, damit fängt das Dilemma schon an. Im Folgenden stellt Roehler, dessen bester Film bis heute das abgründige Mutter-Porträt „Die Unberührbare“ geblieben ist, die besten Szenen aus Lynchs „Wild at Heart“ nach, allerdings ins Umfeld einer süddeutschen Kleinstadt verpflanzt.

Fabrikantentochter Lulu (Jennifer Decker) liebt den schwarzen US-Soldaten Jimi (Ray Fearon), was aber von Lulus Eltern, einem sinistren Arzt und einem von Udo Kier gespielten Chauffeur torpediert wird.

Jene Passagen, in denen Roehler seinen Film als grell-komische Extravaganza im Fassbinder-Stil anlegt, funktionieren dabei sogar ansehnlich. Aber die persönliche Geschichte zu erkennen, die er mit diesem wüsten Hommage-Mix angeblich auch erzählen will, fällt dann doch schwer.



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INHALT

Es ist die Zeit des Rock`n`Roll in Deutschland – Lebenslust und Rebellion liegen in der Luft. Lulu, die Tochter einer bankrotten Fabrikantenfamilie, verliebt sich in den gut aussehenden, aber mittellosen Schwarzen Jimi. Die konservative kleinstädtische Umgebung ist entsetzt, vor allem Lulus Mutter versucht die reaktionären Kräfte ihrer Freunde gegen die unerwünschte Liebe zu mobilisieren: Sie setzt den Chauffeur Schultz und den Arzt von Oppeln auf die beiden an, um das Glück mit allen Mitteln zu verhindern. Aber Lulu und Jimi lassen sich durch Nichts und Niemanden aufhalten! Sie leben ihre Liebe auf der Flucht, den Verfolgern immer einen Schritt voraus. Bis sie in eine Falle geraten...
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Eure Kritiken zu Lulu und Jimi

  1. nina

    bunt, schrill, kitschig. macht spaß!

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