KRITIK

Löwenzahn – Das Kinoabenteuer

Filmplakat Loewenzahn

Plakat Löwenzahn (Bild: NFP Warner)

Kinder- und Jugendfilme aus Deutschland genießen weltweit hohes Ansehen. Zumindest war das in den Jahren 1990 bis 2005 so. Denn in Deutschland boomte dieses Segment und das Zielpublikum und deren Eltern, die ihre Kinder ins Kino begleiteten, galten als besonders kritisch. Und auch das Feuilleton unterstützte diese Medienkritik durch zahlreiche, ehrliche und nüchterne Rezensionen. Oder liegt es vielleicht daran, dass die Mehrzahl der deutschen FilmkritikerInnen kinderlos ist? Sei´s drum. Das junge Publikum liebte das Kino. Und das ist zum Glück auch heute noch so. Und das Angebot wächst. Immer noch. Jahr für Jahr.

Die besten Jahre für Kinder- und Jugendfilme aus Deutschland, quantitativ wie qualitativ, waren bisher die sog. „Nuller-Jahre“. Filmreihen wie „Die wilden Kerle“ oder „Die wilden Hühner“ sorgten deutschlandweit für ausverkaufte Vorstellungen. Um mit diesen Filmen in Konkurrenz zu treten, mussten sich FilmemacherInnen etwas einfallen lassen. Doch diese goldenen Zeiten sind vorbei. Viele gute Bücher (Kästner, Funke und Co.) haben ihre erste Leinwandadaption bereits hinter sich. Neue Ideen sind gefragt. Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit, unsere Fernsehhelden auf die große Leinwand zu bringen? Peter Lustig zum Beispiel? Oder Fritz Fuchs? Ersterer, der Latzhosenträger, der sich 2006 aus der Kinder-Fernsehserie Löwenzahn nach zwei Jahrzehnten zurückzog, um jüngeren Kollegen Platz zu machen, wird schmerzlich vermisst. Noch im selben Jahr bezog Ex-„Ladykracher“-Comedian Guido Hammesfahr alias Fritz Fuchs den bunten Bauwagen in Bärstadt.

In seinem ersten Kinoabenteuer muss der deutsche MacGyver jedoch keine Naturwunder erklären, sondern vielmehr seinem alten Freund Roman (Dominique Horwitz) das Handwerk legen. Zusammen mit seinem Hund Keks und der 14jährigen Laila (Ruby O. Fee) geht die Reise bis in die Südtiroler Alpen. Mit der beliebten Wissenssendung für Kinder, in der erklärt wird, wie die Welt funktioniert, hat die Kinoversion „Löwenzahn – das Kinoabenteuer“ nichts mehr zu tun. Das ist schade. Doch Peter Timm („Rennschwein Rudi Rüssel“) bringt mit seiner Neuinterpretation ein durchweg spannendes und aufwändig inszeniertes Abenteuer in die Kinos, das sich sehen lassen kann. Auch wenn für Guido Hammersfahr die Fußstapfen von Peter Lustig und auch die Leinwand ein paar Nummern zu groß sind. Der Film ist seit dem 12. Mai im Kino zu sehen.



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INHALT

Epilog: Der kleine Fritz Fuchs steht mit Kumpel Roman Zenkert kurz davor, Hannibals legendären Alpenschatz zu bergen. Als jedoch eine Lawine in der Höhle niedergeht, wird der eingeklemmte Fritz von seinem "Freund" schmählich im Stich gelassen. Hauptfilm: Jahrzehnte später wird Fuchs von seiner Vergangenheit eingeholt. Denn der fiese Zenkert will immer noch mit allen Mitteln in den Besitz des Schatzes gelangen. Nach vielen Verwicklungen und Verstrickungen kommt es bei der zweiten Schatzsuche in den Bergen zum furiosen Finale.
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