KRITIK

Love Vegas

Love Vegas Cameron Diaz ist zwar zehn Jahre jünger als Demi Moore, aber immer noch sechs Jahre älter als deren Gatte Ashton Kutcher. Der smarte All American Boy, zuletzt als Rettungsschwimmer in „Guardian“ unterwegs, kennt sich mit erfahrenen Schönheiten aus, und so stimmt die Chemie in dieser leichtgewichtigen Slapstick-Romanze von Anfang an.

Deren Anlage und Durchführung ist natürlich erwartbar läppisch: Da trinken ein gerade von seinem Chef und Vater entlassener Hallodri (Kutcher) und eine gerade von ihrem Verlobten verlassene Börsenmaklerin (Diaz) in Las Vegas ein paar Cocktails zu viel über den Durst und erwachen am nächsten Morgen unter monumentalem Entsetzen als Mann und Frau.

Die Instant-Ehe aus der Kitsch-Kapelle ließe sich freilich leicht annullieren, doch wem gehören die drei Millionen Dollar, die Jack (so schreiben es Hollywood-Drehbücher) just noch am selben verkaterten Morgen an einem Automaten erspielt? Ihm, dem Glückspilz, oder ihr, mit deren Münze er spielte?

Man merkt schon: Das ist schwer zusammenkonstruiertes Popcorn-Entertainment, und das geht auch so weiter, wenn ein verbitterter Richter (schöner Auftritt von „Saturday Night Live“-Veteran Dennis Miller) die beiden, zurück in New York, dazu verdonnert, die Ehe ein halbes Jahr auszutesten. Erst dann soll darüber entschieden werden, was mit dem Geld geschieht.

Natürlich ist von Beginn an klar, wie das Ganze enden wird (als Schnulze am Strand), doch entfaltet das Gekabbel der widerwillig Verheirateten unter Tom Vaughans Regie streckenweise beträchtliche Komik. Das liegt weder an den erwartbaren Scharmützeln von Jack und Joy, die wechselseitig versuchen, den anderen vor der Pflicht-Therapeutin (Queen Latifah) als unwürdiges Ehe-Ekel dastehen zu lassen.

Es liegt eher am Drumherum, an Kleinigkeiten am Rande, einigen schön fiesen Dialogzeilen und vor allem an exzellenten Nebendarstellern: Rob Corddry etwa, der Jacks Saufkumpanen (und unglücklicherweise auch seinen Anwalt) Hater spielt, ist eine wahre Wucht. Durch diese Beigaben wird „Love Vegas“ zwar nicht unbedingt zur Ausnahme unter den romantischen Komödien. Aber besser als die gängige „Blind Wedding“-Ausschussware ist sie allemal.



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INHALT

Jack wurde gerade gefeuert, Joy von ihrem Verlobten verlassen. Beim Vergessen durch Vergnügen kreuzen sich in Vegas ihre Wege. Als eine Nacht voller Spaß mit Eheschließung endet, sind beide am nächsten Morgen ebenso spontan zur Trennung entschlossen. Doch der Jackpot am Spielautomaten, den sie gemeinsam geknackt haben, und eine richterliche Entscheidung, zwingt sie, sechs Monate zusammenzuleben. Der Auftakt eines witzigen Beziehungskriegs.
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Eure Kritiken zu Love Vegas

  1. Romana

    Cooler Film. Tolle Darsteller. Das funkt aber gewaltig zwischen beiden, ich fsnd ihn gut.

  2. Sabs

    Ein netter Film. Die Chemie stimmt zwischen den Hauptdarstellern. Und das ist in einer romant. Komödie doch die Hauptsache…

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