KRITIK

Love and Other Drugs

Love and Other Drugs Zwei allseits beliebte Stars in einer romantischen Komödie – da kann ja nichts schiefgehen? Sollte man meinen. Doch Edward Zwicks golden-globe-nominierte Halb-Komödie geht nicht auf: Zu oft ändert sie den Tonfall, zu wenig bleibt sie bei ihren Stärken.

Dabei hätte alles so sein können wie bei „Up in the Air“ von Jason Reitman mit George Clooney: eine Abrechnung mit zynischen Geschäftspraktiken, die das Wohlergehen der Menschen dem Profit unterordnen. Hier lässt sich das frauenverschleißende Verkaufsgenie Jamie (Jake Gyllenhaal) vom Pharma-Giganten Pfizer als Vertreter anheuern, bald bringt er mit Charme und Dreistigkeit Medikamente an den Mann bzw. noch lieber an die Frau.

Eine Weile lang hat „Unbeugsam – Defiance“-Regisseur Edward Zwick, ein Meister des epischen Kinos, Spaß daran, diese Welt der freundlichen Unmoral, basierend auf Jamie Reidys Branchenschähschrift „Hard Sell“, satirisch vorzuführen. Aber der Film will mehr: eine dramatische Liebesgeschichte. Jamie verliebt sich in die individualistische Latzhosen-Künstlerin Maggie (Anne Hathaway), die Parkinson hat und daher nur eine möglichst oberflächliche Sex-Beziehung möchte. Gyllenhaal und Hathaway waren in „Brokeback Mountain“ schon mal unglücklich verheiratet, hier dürfen sie sich endlich in mehreren Nacktszenen austoben, die für Hollywood-Mainstream dieser Art bemerkenswert eindeutig geraten sind.

Leider drängen sich über diverse holzschnittartige Nebenfiguren dann derbe Späße und Schlüpfrigkeiten in die Geschichte und bewirken nichts Gutes, spätestens, wenn Zwick zu melodramatisch Höherem strebt: Maggie und der mittlerweile zum Viagra-Verkäufer beförderte Jamie müssen sich erst trennen, um diesmal ernsthaft zueinanderzufinden.

Das wahre Krankheitsdrama, was dann erst beginnen dürfte, spart dieser letztlich doch unentschlossene Film freilich aus. Was bleibt, ist das leidlich unterhaltsame Geplänkel zweier unterforderter Sympathieträger.



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INHALT

Jamie Randall hat Erfolg - bei Frauen allerdings deutlich mehr als beruflich. In seinem neuen Job als Vertreter eines großen Pharmakonzerns muss er Klinken putzen, um Ärzte zu überzeugen und Konkurrenten auszuschalten. Viel leichter erobert er Maggie, eine attraktive Parkinson-Patientin, der, wie auch ihm, schneller Spaß über langfristige Bindung geht. Doch die Liebe sucht sich ihren Weg, lässt sich trotz gravierender Hindernisse nicht aufhalten - wie auch der neue Pharmahit Viagra, dessen Erfolg auch Randall mitreißt.
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Eure Kritiken zu Love and Other Drugs

  1. Eliza

    Ich fand den Film recht süß und unterhaltsam. Die romantische Komödie steht und fällt mit ihren Darstellern, die eine zu Herzen gehende Romanze entwickeln, bei der die Chemie stimmt. Kurzweilige Unterhaltung, die nicht weh tut und bestens vom Alltag ablenkt.

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