KRITIK

Louise Hires a Contract Killer

Louise Hires a Contract Killer Bereits die Eingangssequenz lässt Böses erahnen: Einem Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens gelingt es vor den wortlos leidenden Angehörigen zunächst nicht, einen Verstorbenen von der Bahre in die Einäscherungsanlage zu hieven. Ein Knaller! Doch was sich das durch eine Fernsehshow bekannte belgisch/französische Humor-Tandem Gustave Kervern und Benoit Delepine (`Aaltra`) in seinem dritten Film noch ausgedacht hat, dürfte schnell den Begriff „Kult“ verpasst bekommen.

Frankreichs Regie-Superstar Matthieu Kassovitz war von der Idee der beiden Humor-Profis für diese „Auftragsmord an einen Finanzhai“-Geschichte so begeistert, dass er seine Hilfe anbot. In den Hauptrollen agieren Yolande Moreau, die als stoisches, notorisch wortkarges Mannsweib ebenso eine echte Erscheinung ist wie ihr Schauspielkollege Bouli Lanners, der den „Profi“ Michel als gnadenlos talentfreien Auftragskiller und Möchtgern-Rambo herzlich überzeichnet und politisch seeehr unkorrekt gibt. Die beiden verstricken sich in einen mit giftigen Onelinern gespickten Sozialwestern. Die Jagd auf die Finanzhaie beginnt. Eine perfekte komödiantische Antwort auf die Finanzkrise und den Turbo-Kapitalismus! Anarchisch, politisch unkorrekt und absolut nicht mit ernstem Anspruch entfaltet „Louise Hires a Contract Killer“ als radikal-respektloses Buddymovie größten Unterhaltungswert!

Aber Achtung: Zart besaitete Seelen haben in dieser sehr komischen, von Leichen gepflasterten Reinform einer Satire nichts zu kichern! Jede heilige Kuh wird ohne Rücksicht auf die oft beschworene Political Correctness zur Schlachtbank geführt. Wer aber mal wieder so richtig über die Absurditäten einiger Hinterwäldler lachen möchte, sitzt hier in der ersten Reihe.

Vor allem Fans der bitterbösen anarchischen Komödien aus den Benelux-Staaten, die schon „Aaltra“ (2004), „Das Schnitzelparadies“ (2005) oder auch die deutsche Sozialkomödie „Schröders wunderbare Welt“ (2007) mochten, werden hier sehr auf ihre Kosten kommen.



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INHALT

Als eine Fabrik in der französischen Provinz geschlossen wird und der Direktor das Weite sucht, ergreift die radikale Arbeiterin Louise die Initiative: Der Flüchtige soll von einem Auftragskiller umgebracht werden. Louise wählt den lächerlichsten Zeitgenossen aus: Michel. Zusammen mit dem tollpatschigen Sicherheitschef eines Trailerparks spürt sie den Firmenboss auf. Doch der Direktor aus Brüssel ist nicht allein der Schuldige.
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