KRITIK

Lorax, Der

Plakat zum Film LoraxThneed-Ville ist eine Stadt aus Plastik. Buchstäblich: Nichts Natürliches gibt es dort, alles ist aus Kunststoff, selbst aufblasbare Bäume. Der Bürgermeister reüssiert praktischerweise auch als mächtigster Fabrikant im Ort, und der Mangel an Photosynthese bringt ihm eine goldene Nase: Er vermarktet Sauerstoff in Plastikflaschen. Schöne neue Welt! An Dynamik gewinnt diese Ökomär, als der zwölfjährige Ted erfährt, dass es früher mal Bäume aus echtem Holz mit wirklichen Blättern gegeben haben soll. Auf der Suche danach besucht Ted den grummeligen Einsiedler „Once-ler“. Der lebt draußen vor der Stadt in einer apokalyptischen Endzeitwelt und erzählt Ted vom „Lorax“, dem erdnusslockenförmigen Baumwächter-Gnom mit Riesenschnurrbart. Der hütet den letzten Samen der Truffula-Bäume, die die Welt einst mit fluffig-lolliförmigen Wipfeln betörten…

Szene aus dem Film Der LoraxIn Europa sind die Bilderbuch-Verse des 1991 verstorbenen US-Cartoonisten Dr. Seuss noch immer weit weniger populär als jenseits des Atlantiks. Dort kennt jedes Kind die schrägen Fabeln des kreativen Künstlers. Einige ebenso gute wie erfolgreiche Verfilmungen der letzten Jahre (vom Grinch“ mit Jim Carrey bis zum Trickfilm „Horton hört ein Hu“) haben allerdings auch bei uns immer mehr Seuss-Fans hervorgebracht – und vielleicht bringt der „Lorax“ nun den endgültigen Durchbruch?

Als launiger 3D-Animationsfilm in quietschbunter Optik hat er durchaus das Zeug dazu, wenngleich die wenig optimistische Umweltschützer-Moral des Seuss-Buches von 1971 hier einer konventionellen Gute-Laune-Stimmung weichen musste – und Ted sich letztlich nur für die Natur interessiert, weil er damit ein Mädchen beeindrucken will. Die konservative US-Rechte meldete trotzdem Protest an gegen die angebliche „liberale Indoktrination“ durch den Film. Ein Vorwurf übrigens, der zuletzt auch die „Muppets“ traf. Die Regisseure Chris Renaud und Kyle Balda („Ich – einfach unverbesserlich“) würzen das Abenteuer jedenfalls mit netten kleinen Gags am Rande, und der Lorax selbst bewährt sich als Leinwandkauz mit Fortsetzungspotenzial. Irritierend nur, dass es sich US-Mime Danny DeVito nicht nehmen ließ, den Schnauzbart-Wicht auch ins Deutsche zu synchronisieren: Jetzt sprachkartoffelt der Lorax wie Schmuse-Barde Howie Carpendale. Insgesamt also ein etwas zu brave 3D-Verfilmung des Dr. Seuss-Klassikers.

 



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INHALT

Ted ist verliebt. Das Mädchen Audrey hat es ihm angetan und was für eins. Das allerdings ist in Bäume verliebt und zwar in echte Bäume. Davon gibt es allerdings nicht mehr viele, denn sie verschwinden von der Oberfläche. Besonders hat es dem Mädchen der Truffula Baum angetan, ein absonderlicher Baum, der bunt daherkommt, allerdings fast ausgestorben ist. Überhaupt hat die Natur viel gelitten und es geht vielen Pflanzen wie dem Truffula Baum. Ted will natürlich das Mädchen seiner Träume beeindrucken und macht sich auf den Weg, ein Exemplar des Truffula Baumes zu beschaffen. Auf seiner Suche erlebt Ted einiges und erfährt außerdem, warum die Bäume verschwinden. So begegnet er dem fiesen Once-ler. Er ist dafür verantwortlich, dass die letzten echten Bäume abgeholzt werden. Aus dem so gewonnenen Holz solk Kleidung hergestellt werden. Außerdem entdeckt Ted einen ganz besonderen Bewohner des Waldes: den Lorax (Danny DeVito). Der konnte sich bisher gut verstecken, da er mit seiner immensen Behaarung überhaupt nicht auffällt. Aber gemeinsam mit Ted macht er sich daran, dem skrupellosen Kleidungsfabrikanten das Handwerk zu legen.
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