AKTUELL IM KINO

Lommbock

Bild (c) 2017 Wild Bunch.

Unlängst kam nach zwanzig Jahren Pause der zweite Trainspotting-Film in die Kinos. Nur wenig später bekommt auch die deutsche Komödie „Lammbock“ ein sehr verzögertes Sequel: Späte Fortsetzungen von Filmen mit Drogenschwerpunkt liegen anscheinend im Trend. In „Lammbock“ (2001) spielten Moritz Bleibtreu und der heutige „Polizeiruf“-Kommissar Lucas Gregorowicz, damals beide Ende zwanzig, die dauerbekifften Studi-Schlunze Kai und Stefan, die in der fränkischen Provinz einen als Pizza-Bringdienst getarnten Cannabis-Lieferservice betrieben.

Im Film von Christian Zübert geschah nichts wirklich Besonderes, doch die im Haschnebel vorgetragenen Gaga-Dialoge über Gott, die Welt und das Gemächt von Mehmet Scholl waren so unterhaltsam, dass die Komödie bis heute Kultstatus gemießt. Regisseur Zübert, damals wie Gregorowicz ein Kino-Debütant, holte in seinem Sequel die meisten Stars von damals wieder vor die Kamera: Alexandra Neldel, Elmar Wepper sowie Wotan Wilke Möhring und Antoine Monot jr. als schräges Duo „Tourette-Frank und Schöngeist“.

Der Fokus bei „Lommbock“ aber liegt auf Kai und Stefan, die inzwischen über vierzig sind. Kai wohnt immer noch in Würzburg, sein neuer Asia-Bringdienst mit dem titelgebenden Namen „Lommbock“ läuft mäßig, und mit dem Teenie-Sohn (Louis Hofmann) seiner Freundin gibt es auch Stress. Stefan dagegen lebt als Anwalt in Dubai und steht kurz vor seiner Hochzeit. Eigentlich muss er in Deutschland nur noch seine Geburtsturkunde abholen, doch dann zieht er mit Kai am ersten Joint, und los geht der Spaß.

Mehmet Scholl ist diesmal übrigens leibhaftig dabei. Die episodische Handlung um falsche Salafisten und fatale Substanznachweise im Blut ist allerdings nur ein halbgarer Hintergrund für das verpeilte Gequatsche der auch nach 16 Jahren Pause gut aufeinander eingespielten Protagonisten. Der Film fühlt sich auf ungute Art verbraucht an, was auch daran liegt, dass Christian Züberts Vorbilder von damals (Quentin Tarantino, Kevin Smith) heute eben nicht mehr so hip sind.

Unverzeilich ist zudem die neben einigen lustigen die große Menge an wirklich nur doofen Gags – selbst in einer Kifferklamotte, die sich vor allem als Fan-Service versteht.

 

 

 

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