KRITIK

Lincoln Verschwörung, Die

Plakat zum Film Die Lincoln VerschwoerungDrei Jahre nach seinem Thesenfilm „Von Löwen und Lämmern“ tritt der inzwischen 75-jährige Hollywood-Held und Festivalinitiator (Sundance Film Festival ) Robert Redford erneut an, die demokratischen Werte kinematografisch gegen ihre Aushöhlung zu verteidigen: Diesmal zeigt er anhand der Militärprozesse nach dem tödlichen Attentat auf US-Präsident Lincoln im Jahre 1865 Parallelen zum heutigen Guan­tánamo-Unwesen auf.

Dazu bedarf es eines aufrechten Mannes: Sein Name ist Frederick Aiken. Ihn spielt James McAvoy („X-Men: Erste Entscheidung“), derzeit der sympathischste junge Introvertierte Hollywoods. Aiken kämpfte auf Seiten der Nordstaaten im Bürgerkrieg, nach dem Sieg arbeitet er als Anwalt und soll ausgerechnet die Südstaaten-Sympathisantin Mary Surratt verteidigen (stolz und unnahbar: Robin Wright aus „State of Play“), die verdächtigt wird, mit den Attentätern um John Booth kooperiert zu haben.

Szene aus dem Film The Conspirator Die Lincoln VerschwoerungBald aber merkt der junge Anwalt Aiken, dass die Dinge komplizierter liegen, als Kriegsminister Stanton (den Kevin Kline als Rumsfeld-Vorvater anlegt) sie dem Volk verkaufen möchte. Zur Beruhigung der Nation hebelt er die Bürgerrechte aus und stellt die Verschwörer zwecks härterer Bestrafung vor ein Militär- statt Zivilgericht. Mit Kapuze überm Kopf: Die Abu-Ghraib-Assoziationen sind gewünscht. Der Hauptteil des hervorragend besetzten Films präsentiert sich dann als getragenes, ebenso sorgfältig inszeniertes wie gespieltes Gerichtsdrama von Redfordscher Solidität. Weniger um die Schuldfrage geht es dabei als um die Warnung vorm Verfassungsbruch. Das ist mitunter packend und brisant, dann wieder altbacken und hart am Geschichtsfernsehen.

Genau diesen Fehler hatte Redford schon bei seinem Film „Von Löwen und Lämmern“ gemacht. Auch im Film wiederholen sich wie es scheint – neben den Ereignissen in der Geschichte – die Fehler. Ein weiteres halbgares Statement eines der sog. „Hollywood-Linken“.

 

Lincoln Verschwörung, Die



Dimitrios Athanassiou
Moviemaze.de
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Sascha Westphal
epd film, Die Welt, FR
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 





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INHALT

Washington 1865. Der amerikanische Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten ist vorbei, aber das Land kommt nicht zur Ruhe. Da wird Präsident Abraham Lincoln ermordet. Die verwitwete Südstaatlerin und Pensionsbetreiberin Mary Surratt (Robin Wright) wird zusammen mit sieben Männern der Kollaboration mit dem Attentäter angeklagt und vor ein Militärgericht gestellt. Ausgerechnet der junge Frederick Aiken (James McAvoy), ein Kriegsheld der Nordstaaten und frischgebackener Anwalt, soll ihre Verteidigung übernehmen. Nur widerwillig erklärt er sich dazu bereit. Während das aufgebrachte Volk nach Rache schreit, wächst bei Frederick im Laufe des Prozesses mehr und mehr Bewunderung für die geheimnisvolle Frau. Doch um das Gericht von Marys Unschuld zu überzeugen und sie vor dem Galgen zu bewahren, muss er sich erst einmal selbst die Frage beantworten: Ist sie ein unschuldiges Opfer? Eine aufopfernde Mutter, die nur versucht, ihren Sohn zu decken, den einzigen Flüchtigen des Attentats? Oder ist sie eine geschickte Lügnerin und kaltblütige Verschwörerin?
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