KRITIK

Liebe seines Lebens, Die

Bild (c) Studiocanal.

Bild (c) Studiocanal.

Mit fast zweijähriger Verspätung kam diese romantisch aufgezuckerte Bestseller-Adaption in unsere Kinos – was in den meisten Fällen kein gutes Zeichen ist. Colin Firth, der seit seinen gefeierten Auftritten in „A Single Man“ und „The King´s Speech“ kein allzu großes Glück mehr bei der Rollenwahl hatte, und Nicole Kidman: Diese Kombi zündet schlichtweg nicht. Großer Erfolg war den beiden mit diesem Film ebenso wenig beschieden wie mit dem im Anschluss gedrehten Mystery-Murks „Ich darf nicht schlafen“, der in Deutschland im Jahr 2014 an- und dann schnell wieder auslief.

In dieser Verfilmung der Autobiografie des ehemaligen britischen Offiziers Gary Lomax geht es denn auch nur auf nachrangiger Ebene um die große Liebe, die der ranschmeißerische deutsche Verleihtitel ankündigt: Lomax, ein verschlossener Eisenbahn-Freak, trifft im Alter von 61 Jahren (Firth ist dafür natürlich zu jung) die fast zwei Jahrzehnte jüngere Krankenschwester Patti (Kidman ist dafür natürlich zu alt) und damit endlich die Frau fürs Rest-Leben. Nach der Heirat könnte alles wunderschön sein, doch Lomax plagen schlimme Alpträume. Vom Offizierskollegen Finlay (verlässlich gut: Stellan Skarsgard, „Nympho­maniac“) erfährt Patti, dass ihr Ehemann im Zweiten Weltkrieg schwer traumatisiert wurde.

RUSHAls analystisches Drama nach vorhersehbarem Schema referiert Regisseur Jonathan Teplitzky nun in ausgedehnten Rückblenden, was damals geschah, als die Briten nach dem Fall von Singapur 1942 in die Hände der Japaner fielen und zum Bau der Strecke der berüchtigten „Todeseisenbahn“ zwischen Thailand und Burma gezwungen wurden. Anständige Angelsachsen unter dem Joch gesichtsloser Asiaten: Das kennt man aus dem Hollywood-Epos „Die Brücke am Kwai“. Immerhin wird die Folter, der Lomax (nun gespielt von Jeremy Irvine aus „Gefährten„) unterzogen wird, nicht ganz so brutal nachgestellt wie neulich in Angelina Jolies Patriotenpamphlet „Unbroken„.

Wie sich Lomax/Firth dann aufmacht, um den Peiniger von damals zu konfrontieren, erzählt Teplitzky als arg gediegen gefilmte Lektion in Vergebung und Vernunft. So richtig zuein­ander finden beide Erzählebenen dabei allerdings nicht.

 

 

 



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