KRITIK

Liebe in mir, Die

Liebe in mir, Die Die letzten Versuche Hollywoods, sich mit dem Trauma des 11. Septembers auseinanderzusetzen, hatten sehr direkt mit der Tragödie zu tun: In Oliver Stones „World Trade Center“ lag Nicolas Cage filmlang in Trümmern, in „Flug 93″ ging’s abwärts mit den Insassen des entführten Titel-Flugzeugs.

Mit den durch 9/11 ausgelösten privaten Dramen hat sich das große Kino indes kaum beschäftigt – insofern ist „Die Liebe in mir“, diese durchaus rührende Geschichte einer (neu) entstehenden Freundschaft von Mike Binder („An deiner Schulter“), durchaus so etwas wie eine Pioniertat auf diesem Gebiet.

Die Familie von Zahnarzt Charlie Fineman saß in einem der Flugzeuge, die in die Twin Towers rasten. Das warf ihn aus der Spur: Vor der Videospielkonsole und auf ziellosen Roller-Touren durch New York – Songs aus seinem Kopfhörer bilden den Soundtrack des Films – tut er alles, um die Erinnerung an glückliche Zeiten zu verdrängen. Dafür hätte auch jede andere Tragödie getaugt, und 9/11 spielt denn auch im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Nicht patriotisches Pathos wallt, „das Ereignis“ schwingt eher leise als melancholische Stimmung durch den Film. Eher handelt es sich hier um ein Vehikel für die Ambitionen des Komikers Adam Sandler („Klick“), auch als seriöser Mime durchzugehen. Er nuschelt sich als autistischer Trotzkopf achtbar durch ein letztlich sehr konventionelles Drama, in dem Don Cheadle („Ocean`s Thirteen“) als familiengeplagter Ex-Kommilitone neuen Kumpel-Kontakt zu Charlie aufnimmt und Liv Tyler als zarte Therapeutin auf Granit beißt. Es menschelt, aber immerhin nicht penetrant.



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INHALT

Noch Jahre nachdem Charlie Fineman durch die Anschläge vom 11. September Frau und drei Kinder verlor, hat er sein früheres Glück aus seinem Bewusstsein verdrängt. Als er seinem alten Collegefreund Alan begegnet, nimmt sich dieser des verstörten Eremiten an. Behutsam baut Alan Vertrauen auf, toleriert Charlies Exzentrik und Unberechenbarkeit, bis der Panzer des traumatisierten Mannes endlich aufbricht.
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Eure Kritiken zu Liebe in mir, Die

  1. Manni

    Der Film hat zwar einige Längen aber die beiden Hauptdarsteller überraschen. Sie tragen die ansonsten traurig melancholische Geschichte. Der Kinobesuch lohnt sich.

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