KRITIK

Letters from Iwo Jima

Letters from Iwo Jima Die Idee, eine Schlachtengeschichte aus der Sicht der Besiegten zu erzählen, ist nicht neu, sie stammt aus dem ältesten überlieferten Theaterstück der Weltgeschichte. Aischylos lässt in „Die Perser“ aus dem Jahr 472 vor Christus die gescheiterten Griechenland-Bestürmer vom verlorenen Gefecht bei Salamis erzählen.

Clint Eastwood begibt sich also auf vorbildreiches Terrain in seinem farblosen Kriegsfilm „Letters from Iwo Jima“, dieser Kehrseite des mythenerschütternden Fahnen-Appells „Flags of Our Fathers“, der aus der Perspektive der Amerikaner gefilmt war. Sicherlich erfordert das Unternehmen, einen historischen Kampf dieses Ausmaßes aus der Warte beider Kriegs-Parteien zu beleuchten, einigen künstlerischen Mut. Zumal „Iwo Jima“ auf Japanisch mit japanischen Darstellerin gedreht wurde. So etwas kommt in Hollywood nicht unbedingt gut an. Trotzdem aber bleibt die Frage, was Eastwood damit erreicht, außer die eigene Ausnahmestellung als Regisseur zu festigen, dessen Karriere ohnehin mehr und mehr aufs Oscar-veredelte Alterswerk reduziert wird.

Man muss „Flags of Our Fathers“ und „Letters from Iwo Jima“ nicht unbedingt im Zusammenhang betrachten, beide Werke allerdings gewinnen überhaupt nur durch das Wissen vom jeweils anderen Teil. Eastwood schildert abermals den Sturm auf die Pazifikinsel während des Zweiten Weltkriegs. Die Japaner unter General Kuribayashi (Ken Watanabe) müssen da die aussichtslose Verteidigung organisieren – was nur bedeutet, sich fürs ehrenvolle Sterben zu rüsten. Einer, der das nicht will, ist der brave Soldat Saigo (Popstar Kazunari Ninomiya), dessen schwangere Frau daheim auf seine Rückkehr hofft – verständlicherweise.

Eastwood aber will in diesem perfekt inszenierten, ungeheuer brutalen Film nicht von der Sinnlosigkeit des Krieges erzählen, sondern – einmal mehr – vom Heldenmut.



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INHALT

Während der amerikanischen Invasion auf der Pazifikinsel Iwo Jima organisiert der japanische General Kuribayashi mit einem Freund die Verteidigung. Obwohl die japanischen Streitkräfte hoffnungslos unterlegen sind, leisten sie den US-Truppen erbitterten Widerstand. Da viele Soldaten wissen, dass sie sterben werden, schreiben sie Briefe an ihre Angehörigen, um sich von ihnen zu verabschieden.
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Eure Kritiken zu Letters from Iwo Jima

  1. Maik02

    Ein wirklich großartiger Film! Hat mich sehr beeindruckt. Im Kino haben etliche geweint …

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