KRITIK

Legende des Zorro, Die

Legende des Zorro, Die
Wie es sich für eine anständige Heldensaga gehört, beginnt dieses Maskenspektakel mit einem veritablen Husarenstück. Wir schreiben das Jahr 1850. Die Bewohner Kaliforniens sind aufgefordert, in freier Wahl für oder gegen den Beitritt zum amerikanischen Staatenbund zu stimmen. Selbstverständlich votiert die überwältigende Mehrheit für die Konföderation, doch ein Finsterling namens McGivens und seine Schergen möchten das so nicht hinnehmen und stehlen kurzerhand die Urne mit den Stimmzetteln – ein Fall für Zorro, den Rächer mit der schwarzen Maske, und seinen tapferen Hengst. Im Sturmgalopp und wider die Gesetze der Schwerkraft macht der Degen-Dandy kurzen Prozess mit der Bagage und rettet den Kaliforniern das tatsächliche Wahlergebnis. Einen Mann solchen Formats hätten die Amerikaner in Florida benötigt, als George W. Bush sich erstmals anschickte, Präsident zu werden.

Nach dieser Express-Einführung ins momentane Superheldendasein des Witwen- und Waisen-Trösters, den Antonio Banderas hier zum zweiten Mal nach „Die Maske des Zorro“ spielt, drosselt Bond-Regisseur Martin Campbell allerdings erst mal das Tempo. Bei Zorros daheim nämlich hängt der Haussegen schief. Weidlich werden die Probleme verhandelt, die Gattin Elena de Vegas (Catherine Zeta-Jones) mit der ungezügelten Abenteuerlust ihres bürgerlich Don Alejandro genannten Mannes hat. Der vernachlässigt den gemeinsamen Sohn, der ganz nach Zorro gerät und sich mit seinem Lehrer Lineal-Gefechte über die Schulbänke hinweg liefert. Freilich darf der Filius nichts von Papas Doppelleben erfahren. Mutter hat aber sowieso die Nase voll und reicht per Anwalt die Scheidung ein. Da die Beziehungsprobleme des Augenbinden-Fetischisten mit dem wallenden Cape allein jedoch keine gediegene Mantel- und Florett-Fabel füllen, verquickt Campbell die privaten Querelen mit einer Staats-Affäre. Ein französischer Finsterling will den Aufstieg Amerikas zum einzig freien Land im Westen verhindern, was dem gebürtigen Mexikaner Zorro gegen den Strich geht. Warum auch immer.

Campbell, der auch den ersten „Zorro“-Teil inszeniert hat, verschießt in dieser über zweistündigen Fortsetzung sein Pulver bereits in den ersten Minuten. Der Rest der Geschichte ist solide-hausbacken, formal anachronistisch und, politisch gelesen, schlicht dämlich geraten.



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INHALT

Don Alejandro de la Vega, der einst unter dem Namen Zorro als anonymer und legendärer Streiter für die Gerechtigkeit bekannt war, führt ein gutbürgerliches Leben in Kalifornien an der Seite des attraktiven Edelfräuleins Elena de La Vega und als Vater eines mittlerweile zehnjährigen Sprösslings namens Joaquin. Als jedoch der lokale Dorftyrann Armand über die Stränge schlägt, greift Alejandro wieder zu Mantel und Degen - flankiert von seinem Weib, das nicht daheim am Herd zu weilen gedenkt.
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Eure Kritiken zu Legende des Zorro, Die

  1. Mex

    Business as usual. Gute Stuntmen, kleine Nicklichkeiten, ein bisschen Witz und fertig ist der Action-Abenteuer-Spaß wie man ihn kennt – nichts besonderes!

  2. Udo

    Ein netter Spaß. Den haben auch sichtlich die beiden Hauptdarsteller. Die geschichte ist dabei eher nebensächlich. Gute Unterhaltung.

  3. ZORROFAN

    Ein toller Spaß! Nicht langweilig, zu keiner Sekeunde vorhersehbar und mit einem tollen Paar Banderas/Zheta-Jones. Vor allem an veregneten Sonntagnachmittagen ein toller Spaß!

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