KRITIK

Legend

Bild (c) 2015 Studiocanal Filmverleih.

Bild (c) 2015 Studiocanal Filmverleih.

Die Zwillinge Reggie und Ronnie Kray sind ein Londoner Mythos der Swinging Sixties: Mit Schutzgelderpressung, Überfällen und Morden errichteten sie ein erstaunlich glamouröses Imperium im damals heruntergekommenen East End. Teilen der Bevölkerung galten sie als Helden, in ihren Nachtclubs poussierten Politiker und Stars wie Judy Garland herum. 1990 gab es schon einmal einen Spielfilm über „Die Krays““, eine finstere Psychostudie, die dadurch von sich reden machte, dass die brutalen Zwillinge von den smarten „Spandau Ballet“-Sängern Gary und Martin Kemp gespielt wurden.

„Legend“, der neue Film über die Krays, wird nun vor allem dadurch beworben, dass die Brüder von nur einem einzigen Schauspieler verkörpert werden, Tom „Mad Max“ Hardy, der aktuell auch in einer tollen Schurkenrolle in „The Revenant“ zu bewundern ist. Hier glänzt er sowohl als Reggie (der besonnenere der Brüder) und auch als Ronnie: ein augenrollender Irrer, der mit miesem Management, damals skandalösen homosexuellen Affären und Psychiatrieaufenthalten am eigenen Status sägt. Wie weit die Tricktechnik heute ist, beweist spätestens ein saftiger Faustkampf, den Hardy mit sich selbst austrägt.

LEGENDEin Problem ist, dass der doppelte Hardy als zentrales Gimmick den Rest des Films überstrahlt. Wobei dieser Rest zwingender sein könnte. Brian Helgeland, der als Drehbuchautor („L. A. Confidential“), aber weniger als Regisseur seine Meriten hat, erzählt wenig Erhellendes über die Londoner Halbwelt: „Legend“ ist toll ausgestattet und lässt die Kamera in schicken Plansequenzen durch die Kulissen schweifen, doch ein richtiges Gespür für die Zeit oder den Antrieb der Krays vermittelt sich nicht. Stattdessen lässt er den Plot von Reggies Frau Frances (Emily Browning, „Pompeii“) aus der Gruft referieren. Keine gute Idee: Ein Stück spannender Zeitgeschichte kommt so allzu verplappert daher.

 

 

Kritikerspiegel Legend



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Sascha Westphal
epd film, WAZ, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Julius Zunker
kinofans.com
2/10 ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du bei uns im Kritikerspiegel.



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INHALT

Reggie Kray (Tom Hardy) hat die Unterwelt im Londoner East End fest im Griff. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Ron (ebenfalls Tom Hardy), den er kürzlich aus der Psychiatrie holen konnte, erpressen die beiden Schutzgelder, schmieden Allianzen und zwingen jeden ihrer Gegner in die Knie. Schnell florieren die Geschäfte; Politiker und Prominente gehen in den Clubs der Krays ein und aus. Obendrein findet Reggie in Francis (Emily Browning) die Liebe seines Lebens. Doch als er für sechs Monate im Gefängnis einsitzt, treibt Ron die Bars und das eigene Casino in den Ruin. Und während Ron immer mehr außer Kontrolle gerät, sieht Francis bald nur noch einen Ausweg, um ihrem Leben als vernachlässigte Ehefrau zu entfliehen. Das Imperium der Kray-Zwillinge droht zu zerbrechen und Reggie setzt alles daran, um ihren Niedergang abzuwenden. (Text: Studiocanal Filmverleih)
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