KRITIK

Last Stand

Plakat zum Film Last StandOch nee, Mr. Schwarzenegger! Klammert man seine betont selbstironischen Auftritte in Stallones „Expendables“-Filmen aus, handelt es sich bei „Last Stand“ um den ersten Leinwandauftritt des steirischen Minimal-Mimen nach seiner Amtszeit als kalifornischer Gouverneur. Und außer ollen Sprüchen, dicken Wummen und stoischem Umhergeschreite hat er in seinem Comeback nichts zu bieten. Enttäuschend.

Da entflieht der gefährliche Boss eines mexikanischen Drogenkartells, macht sich in einer frisierten Corvette auf den Weg zurück in sein Heimatland (warum nicht mit dem Flugzeug?) und muss dabei ausgerechnet durch jenes Grenzdörfchen, in das sich Arnie als Sheriff Ray Owens gerade hat zurückversetzen lassen. Owens hat eigentlich seinen freien Tag, doch als sich der Gangster nähert – und mit ihm ganze Schergenhorden –, rüstet er sein Dorf für den „High Noon“: Von nun an zischen die Kugeln. Selbstjustiz als pseudo-ironisches Ballerspektakel.

Szene aus dem Film Last StandDer 65-jährige Schwarzenegger stapft auf Terminator-Autopilot durchs schweißbeperlte Wüstengeschehen und gibt ein paar rostig-ranzige Sprichwortvarianten von „Früher war alles besser“ oder „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss“ zum Besten, begleitet von ein paar rechtschaffenen Deputies (darunter „Jack­ass“ Johnny Knoxville). Inszeniert hat diese willfährige Ikonenhuldigung der Koreaner Kim Jee-Woon, der sich einst mit Filmen wie „The Good, The Bad & The Weird“ als bildmächtiger Genre-Erneuerer empfahl. Hier fällt ihm außer Tarantino-Kopiererei und stylishem Schnitt-Stakkato bestürzend wenig ein. Im besten wie im schlechtesten Sinne „old-school“.

Schlimmer macht es noch der Verleih, der den Film um ein paar besonders blutige Einstellungen kürzte, um eine FSK-Freigabe ab 16 zu erzwingen. Schönes Paradox: Jetzt nämlich, im zensierten Film, dürfen auch Jugendliche dabei zusehen, wie sich Arnie und Jee-Woon gänzlich unreflektiert ihrem lustvollen Waffenfanatismus hingeben. Als ob mit diesem Film auch das letzte Fünkchen Hoffnung, die US-Waffengesetze zu verschärfen, der Garaus gemacht werden sollte.

  

Kritikerspiegel Last Stand



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Dimitrios Athanassiou
moviemaze.de
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 





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INHALT

Seitdem Sheriff Owens nach einem missglückten Einsatz seinen Posten beim Los Angeles Police Department aus Schuldgefühlen aufgegeben hat, widmet er sein Leben dem beschaulichen Kampf für Recht und Ordnung im verschlafenen Grenzstädtchen Sommerton Junction. Die Ruhe in der Kleinstadt ist jedoch vorbei als der berüchtigte Drogenboss Gabriel Cortez aus einem FBI-Gefängnistransport entkommen kann und mit einer Geisel und den Mitgliedern seiner schwer bewaffneten Gangstergruppe in Richtung mexikanischer Grenze flieht. Dabei steuert er geradewegs auf Sommerton Junction zu... Um den gejagten Verbrecher zu stellen, bevor er über die Grenze nach Mexiko verschwinden kann, versammelt sich die gesamte amerikanische Polizeimacht in Sommerton. Owens, dessen Kleinstadt-Polizei von den eintreffenden Truppen für unfähig gehalten wird, will sich zunächst aus dem Geschehen heraushalten, stellt sich aber schließlich seiner Verantwortung und dem unausweichlichen Duell ...
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Eure Kritiken zu Last Stand

  1. keinKritiker

    Vorweg: alles andere als enttäuschend! Ein überdurchschnittliches B-Movie „Action-Fuim-Abenteur“, dass nichts anderes sein will.

    Endlich mal wieder ein Schwarzenegger Film, mit ordentlich Power (wenn man die unzensierte Fassung gesehen hat). Ordentliches Comeback (Expendables zähle ich nicht dazu), in dem Arnie seine alten Rollen in nichts nachsteht.

    Kritiker sollten sich nur an den unzensierten Schnittfassungen orientieren oder es sein lassen. Wenn man diese nicht zu sehen bekommt, frage ich mich warum man dennoch darüber schreibt.
    Wie im obigen Fall – generell!
    Es mangelt an Grundwissen, Hintergrundwissen und und und. Zitate wie Tarantino-Kopierei – echt erbärmlich! Vom Action-Film hat der obige Schreiber keine Ahnung.

    Die Filmliebhaber, Sammler und Fans wissen – das Arnie ein gelungenes Comeback hingelegt hat. Der Film wird auch nicht Unsummen einspielen, das muss er auch nicht.
    Der Film ist Für Fans.
    Diese wissen, dass Arnie keinen Oscar, Golden Globe oder eine Nominierung ernten wird. Aber als Ikone des Action Film (in seinem Alter fehlt ihm sicher die Eleganz eines Jason Statham oder Clive Owen), spielt er ironisch gegen sein altes Image an. Dies ist ihm auch in Anbetracht seiner längeren Leinwandabstinenz durchaus gelungen.

    Man stelle ihm einige gute Akteure wie Forest Whittaker, Peter Stormare und Luis Guzman sowie Jackass-Johnny Knoxville zur Seite und Arnie kann die „steirische Eiche“ wie zu alten Zeiten aufleben lassen. Ebenso sollte man nicht seinen „Buddy“ Sonny Landham vergessen (good old cool guy „Billy“ in Predator).

    Man verpacke die Zutaten in eine „hab mich wegen der Gewalt zur Ruhe gesetzt- ehemals natürlich knallharter Cop – und bringe die „bösen Buben“ und die „Gewalt“ zu mir Geschichte“ und heraus kommt ordentlich Action.

    Nochmal an den obigen Schreiber: Dies ist ein Action-Film und kein realistisches Werk!
    Dieser Film will auch nicht auf irgendeiner Weise etwas anprangern, ebenso hat dies nichts mit Waffenfanatismus zu tun – wo schnappt Ihr nur solche Sachen auf??

    Dieser Film ist einzig und allein darauf ausgelegt Spaß zu machen, und kurzweilige Action-Unterhaltung zu bieten. Wer also Spaß an Action und Schwarzenegger hat – der sollte sich diesen Film ansehen (unzensierte Fassung!) und Arnies Comeback geniessen!

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