KRITIK

Lara Croft: Tomb Raider

Lara Croft: Tomb Raider Noch nie ist einer/m Produzentin/en/Regisseur/in eine sehenswerte Umsetzung eines Computerspiels für die Leinwand gelungen. Dies gilt leider auch für die filmische Geburt der Pixel-Amazone Lara Croft, die seit nunmehr fünf Jahren ihren Siegeszug auf den Computerbildschirmen dieser Welt durch immer neue Abenteuer fortsetzen kann. Um der zweidimensionalen Computer-Kultfigur Leben einzuhauchen, bedient sich Regisseur Simon West der Vorbilder „Indianer Jones“, „Die Mumie“ und einer Prise „Drei Engel für Charlie“. Doch geglückt ist ihm diese Materialisierung der Lara Croft nur bei der den Vorbildern ähnlich aufdringlichen Omnipräsenz der Protagonisten. Von einem ebenbürtigen Partner ist weit und breit keine Spur. Mehr noch, auf eine weitere Frauenrolle verzichtet man lieber ganz. So darf sich der Zuschauer an einer gut 100minütigen Frontalansicht einer talentierten, gut ausgestatteten Schauspielerin erfreuen, die ähnlich wie im Computerspiel verschiedene Level (im Film Locations) besucht, um immer wieder neue Abenteuer zu bestehen. Der Versuch, aus einer Computerheldin eine Person zu machen, bescheren uns unnötigerweise eine pseudo-sentimentale Nebenhandlung um Vater Lord Croft, böse Träume oder elendes Familien-Gesülze von einem nervenden Butler. Zwei Dinge gehen bereits nach wenigen Minuten besonders auf die Nerven. Die aufgesetzte Coolness der Hauptdarstellerin und die uninspirierten Einzeiler, die ihr von einem halben Dutzend Drehbuchautoren in den Mund geschrieben wurden. Sätze wie „Die Uhr tickt.“ „Aha, eine Tiktak-Uhr“, oder „Mein Hintern ist eingeschlafen“ „Ach ja? – Faszinierend“ erübrigen jeden Kommentar. Freunde spektakulärer Action-Ware kommen leider ebenso wenig auf ihre Kosten wie Freunde guter Dialoge. Die mit großem Aufwand angefertigten Szenarien bleiben blass und unscharf. Die zahlreichen Stunts hat man irgendwo schon einmal gesehen. Sie wirken so aufgesetzt wie ein zeitfüllender Kropf. Auch bei der wohl mit am meisten Spannung erwarteten Computerspielverfilmung also gähnende Langeweile ohne Charme und Esprit. Game over, liebe Lara! Christian Gertz



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INHALT

Angelina Jolie ist die lebendige Leinwandfigur aus dem gleichnamigen Computerspiel Lara Croft: Tomb Raider. Im Film verkörpert sie eine junge, reiche und eigenwillige Archäologin, die des ausschweifenden Lebens nahezu überdrüssig, sich stets mit hartem Training fit hält. Als eine nur alle 5000 Jahre eintretende Planeten-Konstellation, die mit einer Sonnenfinsternis einhergeht, für Aufregung in einem Geheimbund sorgt, wird die Hobby Archäologin Lara beauftragt, ein seltenes Artefakt zu beschaffen. Indes spürt sie in ihrer Villa eine seltene Uhr auf, die ihr nach Bekannt werden des Fundes vom Bund der Illuminati, so der Name des geheimen Zirkels, entwendet wird. Eine intensive Recherche unter Mithilfe ihrer Mitarbeiter Wilson und Hilary verschafft Klarheit: der Geheimbund der Illuminati strebt durch die anstehende Planetenkonstellation die Macht über Zeit und Raum und somit über die Welt an. Durch die Möglichkeit vielleicht auch ihren verstorbenen Vater, den Archäologen Lord Richard Croft wieder sehen zu können, setzt sie im Wettlauf mit den Illuminati alles daran, die nötigen Artefakte zu beschaffen.
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