KRITIK

Lapislazuli – Im Auge des Bären

Lapislazuli - Im Auge des Bären Es geht um Trauer, Verlust und Tod. Themen, mit denen sich der österreichische Regisseurs Wolfgang Murnberger in vielen Filmen (`Komm, süßer Tod`, `Silentium`) beschäftigt hat. Was hier jedoch verwundert ist, dass `Lapislazuli` ein Jugendfilm ist. Dafür geht der Regisseur das Thema umso behutsamer und für die Zielgruppe verständlicher an: Die Hauptfigur Sophie hat ihre Mutter durch einen Unfall verloren und kann sich mit der neuen Freundin des Vaters (Lena Stolze) nicht anfreunden. Auch der Neandertalerjunge Bataa, den ein Meteorit aus seinem Schlaf im ewigen Eis riss, trauert seiner Mutter hinterher. Die eine ist durch den Tod entschwunden, die andere durch den Ablauf der Jahrtausende – für die beiden macht das keinen Unterschied. In beiden Fällen muss schließlich ein Tor durchschritten werden, durch das man nicht mehr zurückkommen kann.

Als sich beide Hauptfiguren nach dem ersten Kennenlernen diese Gemeinsamkeit erklärt haben, was Sophie etwas schwerer fällt, da sie schließlich kein `Neandertalerisch` spricht, muss sie jedoch auch erkennen, dass Bataa ebenfalls dieses Tor aufsuchen will, um in den Himmel zu steigen. Doch bis es so weit ist, wird noch vieles geschehen. Etwas zu viel vielleicht. Murnberger packt zahlreiche Storylines in seinen Film, die zu einem zünftigen Abenteuer dazugehören. Ehrgeizige Wissenschaftler, die Jagd auf Bataa machen, müssen abgeschüttelt werden. Die Eltern suchen mit Spürtrupps nach Sophie. Bataa benötigt ein Bärenfell, um zurück in seine Zeit zu kommen. Und ein geheimnisvoller Einsiedler (Vadim Glowna) taucht noch auf, der der Einzige ist, der den Rückweg in die Höhle kennt. Das alles ist spannende Jugendunterhaltung – mit sehr ernster Grundierung.

Ein bisschen Fantasy, ein bisschen Krimi, und ein Liebesfilm. Murnberger hat mit diesen Anleihen aus den verschiedenen Genres einen ansehnlichen Jugendfilm geschaffen, der ein ernstes Thema transportiert. Auch hier gelingt es ihm. Wer auch als Erwachsener noch von Wundern träumen kann, von Freundschaften und dem Großen Bären – der wird mit einem besonderen Film beschenkt.



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INHALT

Ein Neandertaler-Junge, der Jahrtausende lang in einem Gletscher in den Alpen eingefroren war, wird durch den Einschlag eines Meteoriten aufgetaut. Der Urmensch stellt sich bald als Bataa vor als er auf die 13-jährige Sophie trifft, die in den Alpen Reißaus vor der ungeliebten Stiefmutter und der Stiefschwester genommen hat. Neugierig geht sie auf den seltsamen Jungen zu, der bald aber von zwei Archäologen gejagt wird, die ihn für ihr Museum einfangen wollen. Bataa seinerseits will einen Bären erlegen, weil er dessen Fell braucht; doch Sophie kann ihm nicht klarmachen, dass es in den Alpen keine Bären mehr gibt.

Bei ihrer Flucht stoßen die beiden auf einen kauzigen Einsiedler, der weiß, dass Bataa zum Stamm der Bärenmenschen gehört, und was es mit deren seltsamen Riten auf sich hat. Dazu zählt nicht nur die Fellkleidung, sondern auch, dass sich Bataa die Haare blau färbt. Aber Sophies ganzes Wohlwollen hilft nicht, als die Archäologen näher kommen und Bataa lebensbedrohlich erkrankt: Sein Immunsystem ist nicht auf die Gegenwart eingestellt. Als Bataa gefangen wird, alarmiert Sophie ihren Vater, und gemeinsam bringt man ihn in seine Höhle zurück.
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Eure Kritiken zu Lapislazuli – Im Auge des Bären

  1. Lois

    Ein schöner, ein wichtiger Film.

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