KRITIK

Lange Beine kurze Lügen (und ein Fünkchen…)

Lange Beine kurze Lügen (und ein Fünkchen.. Es ist schon eine verflixte Sache mit den deutschen Verleihern. Nicht nur dass schlechte eigenständige Filme wie „Adrift“ hierzulande aus kommerziellen Gründen als Fortsetzungen von Kassenschlagern, in dem Fall als „Open Water 2“, vermarktet werden, nein, auch Filme mit interessanten Titeln wie „The Assassination of a High School President“ werden im konsequenten Gegenzug aus kommerziell nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen unter dümmlichen Titeln wie „Lange Beine, kurze Lügen (und ein Fünkchen Wahrheit…)“ vermarktet. Dabei macht das nett gestaltete Cover mit dem glatzköpfigen Bruce Willis durchaus Lust auf das Werk. Sei`s drum!

Bobby Franke (Reece Daniel Thompson) ist Schüler an der katholischen St. Donovan`s High
School, an der Prinzipal Kirkpatrick (Bruce Willis) ein strenges, fast militärisches Regiment führt. Nachdem die elementar wichtigen SAT-Tests gestohlen werden, schreibt Bobby, Mitarbeiter der Schülerzeitung, einen den vermeintlichen Täter Paul Moore entlarvenden Artikel. Ein riesiger Skandal, da Moore kein gewöhnlicher Schüler sondern der hoch angesehene Schülersprecher ist. Als Bobby mit Moores Freundin Francesca (Mischa Barton) eine Beziehung eingeht, kann er noch nicht ahnen, auf welch verzwicktes Spiel, rund um Lug und Trug, er sich da eingelassen hat.

Was in der Inhaltsbeschreibung noch recht viel versprechend klingt, wird in filmischer Form schnell zu handwerklich solide inszenierter Langeweile. Hier wird der Grund deutlich, warum der Film knapp zwei Jahre gebraucht hat, um aus den US-amerikanischen Kinos, ohne den Umweg über die inländische große Leinwand zu gehen, letztendlich nur in den deutschen DVD-Regalen gelandet ist. Von der ersten bis zur letzten Minute liefert das Werk vorhersehbare Langeweile mit großteils austauschbaren Darstellern. Hauptakteur Reece Daniel Thompson liefert, trotz des mit müden Dialogen gespickten Drehbuchs, eine solide Vorstellung. Bei Mischa Barton indes kann von schauspielerischen Qualitäten keine Rede (mehr) sein, sie fungiert allein als Eyecatcher – und selbst das nicht unbedingt makellos. Einzig Bruce Willis als Schuldirektor präsentiert seinen Fans, allein durch sein unerschöpfliches Charisma, eine halbwegs sehenswerte schauspielerische Leistung.

Unter der Prämisse, dass der Film eine Komödie sein soll, fragt man sich nach der Sichtung, ob überhaupt nur eine Szene einen Lacher hervorgebracht hat. Vielleicht nur eine. In dieser bekommt Prinzipal Kirkpatrick einen fast schon sachlichen Wutanfall, wegen des chronischen Kaugummikauens seines Problemschülers Bobby Funke. Wenn mit diesem Gag das Recht erworben wird, den Film als Komödie zu bezeichnen, dürften so lustige Filmchen wie „Hostel“ oder „Saw“ als Jahrhundertkalauer durchgehen. Nein, Spaß beiseite. Als Resümee bleibt festzuhalten, dass „Lange Beine, kurze Lügen (und ein Fünkchen Wahrheit…)“ zu wenig Witz bietet, um Komödie genannt werden zu dürfen, zu wenig Spannung bietet um ein Krimi oder gar ein Thriller zu sein und letztendlich zu viel Langeweile bietet um in den Köpfen der Zuschauer einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Bobby Funke ist Schüler der katholischen St. Donovan`s High School und gilt als einer, der eine große Zukunft vor sich hat. Er ist Redakteur der Schulzeitung. Als Prüfungsfragen des Abschluss-Tests gestohlen werden, überredet ihn Francesca, dem Fall nachzugehen. Und siehe da, Bobby recherchiert eine Überraschung...
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*