KRITIK

Lady Vengeance

Lady Vengeance Nach „Sympathy for Mr. Vengeance“ und dem grandiosen „Old Boy“ kommt mit „Lady Vengeance“ der in Venedig preisgekrönte abschließende Teil von Park Chan-Wooks Rache-Trilogie ins Kino. Es ist ein würdiges Finale. Auf visuell berauschende, dramaturgisch anspruchsvolle Weise bündelt der südkoreanische Kultregisseur noch einmal seine Themen und schafft ein intellektuell wie sinnlich bestechendes Kunstwerk.

Lady Vengeance, Frau Rache, heißt Geum-ja. 13 Jahre hat sie im Frauenknast zubringen müssen, weil sie gezwungenerweise den nicht begagenen Mord an einem Kind gestand. Kaum entlassen, nutzt sie die Mithilfe einiger Weggefährten, um am wahren Täter und mehrfachen Kindermörder Baek Rache zu üben.

Der Plot um den Feldzug einer schönen Frau gegen einen sinistren Erzfeind ist aus Quentin Tarantions Doppelwerk „Kill Bill“ bekannt, erweist sich hier jedoch als wesentlich differenzierter. Denn Geum-ja (wunderbar rätselhaft verkörpert von Yeong-ae Lee aus Parks früherem Grenzerdrama „J.S.A.“) bringt die Rache nicht allein fertig, sondern überantwortet sie den Eltern der getöteten Kinder. Am Ende einer schaurigen Zeremonie sind die Opfer gerächt, aber niemand erlöst, am wenigsten Geum-ja selbst.
Was sich zu einem erfreulich ehrlichen Essay über die Unentrinnbarkeit des Rachegefühls weitet, erzählt Park wie in Trance, auf mehreren Zeit- und Realitätsebenen. Entstanden ist fordernde Poesie. Herausragend.



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INHALT

Geum-ja Lee hat ein engelhaftes, warmherziges Auftreten und Äußeres, handelt und plant aber eiskalt. Im Gefängnis, in das sie mehr als zehn Jahre unschuldig für einen angeblichen Kindermord inhaftiert war, agierte sie als lammfromme, gute Samariterin, um vorzeitig entlassen zu werden. Fortan führt sie mit Hilfe mehrerer entlassener Mithäftlinge ihren Rachefeldzug aus.
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