KRITIK

La Nana – Die Perle

La Nana - Die Perle Falls Chile eine Supernanny a la Katja Saalfrank suchen sollte: Raquel (Catalina Saavedra) ist denkbar ungeeignet. Warum? Als Hausmädchen dient sie seit 23 Jahren der wohlhabenden Oberschichtsfamilie Valdez, im Haushalt und als Erziehrerin der vier Kinder. Und irgendwie gehört sie längst zur Familie. Aber letztlich dann auch wieder nicht.

Als sie immer öfter schwächelt und mit der pubertierenden Tochter aneinandergerät, soll sie Unterstützung bekommen. Doch die neuen Kolleginnen, eine junge Indigene und eine robuste Alte, ekelt die beleidigte Veteranin gnadenlos wieder weg. Erst die beherzte, unabhängige Lucy schafft eine Art Wende.

Lange weiß man in Sebastián Silvas mit Handkameras gedrehtem, vielfach preisgekröntem Psychogramm (Hauptpreis in Sundance, nominiert für den Golden Globe) nicht so richtig, ob hier alles auf einen Thriller, ein tragisches Drama oder eine groteske Farce hinausläuft, und genau das ist das Gute daran: Spannung liegt in der Luft, Sentimentalitäten gibt es nicht. Stattdessen verlagern sich lateinamerikanische Konfliktlinien zwischen Ober- und Unterschichten in den Mikrokosmos einer gar nicht mal so schrecklichen Familie.

Catalina Saavedra ist in der betont hässlich angelegten, in ihrer sturen Bockigkeit und Verschlossenheit großartig enervierenden Raquel eine einzige Offenbarung: Man mag sie nicht und gönnt ihr doch den leisen Schwenk zum Besseren. Große Schauspielkunst aus dem selten gesehenen Filmland Chile. Sehenswert.



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INHALT

Nach 23 Jahren als Haushälterin der Familie Valdez hat sich Raquel ihren festen Platz in der Familie erobert. Doch der große Haushalt und die zunehmenden Auseinandersetzungen mit der ältesten Tochter Camila bringen Raquel an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit. Um sie zu entlasten, stellt die Familie ein zusätzliches Hausmädchen ein. Raquel fühlt sich verdrängt und versucht mit allen Mitteln, "ihr Haus" und "ihre Familie" zu verteidigen. Sie vertreibt die vermeintlichen Konkurentinnen. Als Raquel erneut einen Schwächeanfall erleidet, stellt die Familie Lucy ein. Alles wird anders, denn durch die lebensfrohe Lucy erfährt Raquel erstmals in ihrem Leben Freundschaft und Zuneigung.
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