KRITIK

La Mélodie – Der Klang von Paris

Plakat zum Film La Mèlodie mit Hauptdarsteller Kad Merad und seinem Schüler.

Bild (c) Prokino Filmverleih 2017.

Filme, in denen unterprivilegierte Jugendliche Instrumente lernen (oder im Chor singen oder tanzen) und schließlich von der Kraft der klassischen Musik in die bürgerliche Wohlanständigkeit überführt werden – davon gibt es mittlerweile eine stattliche Anzahl. Von fiktiven Tränendrüserdrückern („Die Kinder des Monsieur Mathieu„) bis zu Dokus („Rhythm is it!“) erfreuen sie sich anhaltender Beliebtheit.

In dieselbe Kerbe schlägt auch „La Mélodie“ von Regisseur Rachid Hami. Der gebürtige Algerier schickt den arbeitslosen Violinisten Simon (Kad Merad) an eine Schule in der Pariser Banlieue, wo Pubertierende zwischen 13 und 15 Jahren Geige lernen sollen, sich aber lieber mit dem Bogen auf die Rübe hauen. Natürlich wird es dem Musiker gelingen, am Ende für so viel tönende Harmonie zu sorgen, dass es zu einem umjubelten Auftritt in der Philharmonie langt, und natürlich entdeckt er unter seinen Schützlingen gar ein ausgemachtes Wunderkind.

Szene aus dem Film La Melodie mit Hauptdarsteller Kad Merad vor seinen Schülern. Das ist vorhersehbar und wohl in erster Linie auch als Würdigung des Démos-Programms der Pariser Philharmonie gedacht, das Kinder aus sozial schwachen Familien mit Instrumenten und Pädagogik versorgt – in Anlehnung ans „Sistema“ des venezolanischen Stardirigenten Gustavo Dudamel. „La Mélodie“ ist sicher eine gute Werbung dafür, ansonsten aber ein überraschungsfreies Rührstück solider Bauart. Sehenswert ist Kad Merad in der Hauptrolle: Man kennt ihn als zappelnden Komiker aus Filmen wie „Willkommen bei den Sch´tis„, doch seinen Geiger Simon legt er unerwartet introvertiert an. Er ist das ruhende Zentrum, das den Film vor allzu viel Sentimentalitäten bewahrt.




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