KRITIK

La La Land

Bild (c) Studiocanal Filmverleih.

Bild (c) Studiocanal Filmverleih.

In „Whiplash“, dem letzten Film des 31-jährigen Damien Chazelle, ging es um den harten Ausbildungsweg eines Jazztrommlers, und auch „La La Land“ befragt nun das, was man als Künstler aufzugeben bereit ist: die große Liebe, vielleicht. Pianist Sebastian (Ryan Gosling , „Drive„) muss seinen Traum vom eigenen Jazzclub in Los Angeles hintanstellen und sich als Restaurantbeklimperer verdingen. Kellnerin Mia (Emma Stone, „The Help„) wäre gerne Schauspielerin, wird aber vorerst bei Vorsprechen für drittklassige Jobs gedemütigt. Beide sind füreinander bestimmt, klar, doch es dauert, bis sie das merken. Und dann kommt ihnen der Erfolg in die Quere.

„La La Land“, 2017 mit sieben Golden Globes ausgezeichnet, ist dennoch ein völlig anderer Film als „Whiplash“: Er ist ein Musical. Kein verfilmter Broadway-Hit, sondern ein klassisches Hollywood-Musical in Cinemascope. Chazelle schmeißt den tänzerischen Überschwang der frühen Tonfilm-Musicals mit Fred Astaire und Ginger Rogers („Top Hat“) mit dem Farbenprunk der Klassiker aus der Nachkriegszeit zusammen („Singin´ in the Rain“, „Ein Amerikaner in Paris“) und verlegt das alles ins heutige L.A.

Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling)

Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling)

Schon die umwerfende Anfangsszene, die einen Autobahnstau im Lauf einer ausgefuchsten Plansequenz in die erste von vielen spektakulären, Schwerkraft und Wahrscheinlichkeiten aus den Angeln hebenden Massentanznummern auswachsen lässt, beweist: Chazelle zelebriert das Genre mit Lust, aber ohne distanzierende Ironie. Doch sein Film „La La Land“ ist mehr als konservative Retroseligkeit, ästhetische Überbietungsrhetorik oder Zitatehuberei für Spezis.

Die Liebesgeschichte funktioniert, weil Gosling und Stone in ihrem dritten gemeinsamen Film (u.a. „Crazy, Stupid, Love“) ideal harmonieren – und weil Chazelle ins bunte Treiben eine zweite, melancholische Ebene einzieht, mit Voraus-, Zurück-, Seitwärtsblenden, mit Traumprojektionen und kühnen Neustarts. Beglückender, das steht fest, konnte das neue Kinojahr 2017 kaum beginnen. Herausragend.

 

Kritikerspiegel La La Land



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
9/10 ★★★★★★★★★☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
9/10 ★★★★★★★★★☆ 


Durchschnitt
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.

 

 

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INHALT

Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der charismatische Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) suchen das große Glück in Los Angeles. Sie halten sich mit Nebenjobs über Wasser und nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der Bühne und genießen den Zauber der jungen Liebe in „La La Land“ – der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen um ihren Träumen näher zu kommen. Kann ihre Beziehung diesem Druck standhalten? (Text: Studiocanal Filmverleih)
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